Montag, 17. Dezember 2012

New Trailer: STAR TREK INTO DARKNESS (2013)



Und schon der zweite Trailer... wow...




HIDDEN AGENDA



Wenn ein Film zum wiederholten Male mit einem neuen Titel versehen wird, steckt in der Regel kein oscarverdächtiges Meisterwerk dahinter. 

Inhalt: 
Der ehemalige CIA-Agent Jason Price (Dolph Lundgren) arbeitet als Personenschützer für das Deadalus-Netzwerk. Als ein Profikiller Jasons Netzwerk infiltriert und einen wichtigen Kronzeugen eliminieren kann, macht sich Price auf die Jagd nach dem Killer...

"Hidden Agenda" ist kein neues Werk, sondern erblickte bereits 2001 das Licht der Filmwelt. Hierzulande kam der Streifen zuerst unter den Titeln "Concept of Fear" und später noch als "Agent Eraser" (was für ein Scheisstitel) in den Handel. "Hidden Agenda" hört sich zwar bedingt besser an, doch ob hinter dem Titel auch ein guter Film steckt? 

Ich erwarte von den Filmen der Prügelbarden Lundgren oder Van Damme nicht viel, aber ich will unterhalten werden. Am besten durch viel Action, einer coolen Hauptfigur, etwas Handlung und dann noch durch eine Prise Gewalt und Blut. "Hidden Agenda" hat von allem ein bisschen, aber bei weitem zu wenig. Leider. 

Denn Dolph Lundgren wirkt auch bei diesem Streifen total engagiert und es ist in der Regel ein Spass, dem blonden Schweden bei der Arbeit zuzuschauen. Und Lundgren ist auch bei weitem das einzige Highlight dieses nicht enden wollenden Films.

Fazit: Kurz und schmerzlos, ein schwacher Film eines guten Dolph. 

Schulnote 2.5


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Dienstag, 11. Dezember 2012

THE HOBBIT: AN UNEXPECTED JOURNEY




Der letzte Teil der "Herr der Ringe"-Trilogie kam Weihnachten 2003 in die Kinos. Fast ein ganzes Jahrzehnt später erscheint das lange ersehnte Prequel "Der Hobbit" nun in den Kinos. Nun, zumindest der erste Teil.

Inhalt:
Nachdem der Drache Smaug das Zwergenkönigreich Erebor besetzte, versucht der zukünftige König Thorin (Richard Armitage) zusammen mit zwölf weiteren Zwergen sein Reich zurückzuerobern. Unterstützt von Gandalf (Ian McKellen) und Bilbo Baggins (Martin Freeman) macht sich die Gruppe auf den Weg in Richtung Erebor. Doch leider sind sie nicht die einzigen auf diesem Wege...

Nach der Erstsichtung entwickelte sich folgender Dialog zwischen mir und meinem heutigen Co-Autor Bob R.

Dompathug: Alter, ich sag dir, nach Hobbit wird er noch das Silmarillion verfilmen... das wird dann etwa im Jahr 2020 sein.
Bob: Ist aber keine Einzelstory, sondern eine ganze Sammlung von Stories.
Dompathug: Ach? Ja gut, Peter Jackson wird dann schon wissen, wie man’s in eine einzige Story packt. Man nehme eine Höhle, Treppen, Steine, Berge und schon klebt die Geschichte perfekt aneinander.
Bob: Ich hör da Zynismus heraus. Ist deine Benotung schon so tief runtergefallen?
Dompathug: Die hat sich auf Moviepilot auf 7.5 eingependelt.
Bob: Scheisse echt. Zwei Filme, wie geplant, das wärs gewesen. Er hat doch das Buch gelesen und gewusst, für mehr als zwei gibt die Story nicht mehr her.
Dompathug: Als hätten wir nur einen Vorfilm gesehen...
 
Ich erinnere mich immer gerne zurück, die ersten paar Minuten nach dem Ende des ersten "Herr der Ringe"-Films, das Gefühl, wohl den absolut perfekten Film gesehen zu haben und auch die beiden weiteren Teile konnten qualitativ absolut das Level halten. Und auch die Vorzeichen für den neuen Hobbit-Film waren vielversprechend, konnte doch das gleiche Produktionsteam auch für diesen Film gewonnen werden, blieben die Sets einiger Locations genau gleich und wo möglich wurden auch dieselben Schauspieler wieder eingesetzt. Etwas getrübt wurde die Meldung, dass Peter Jackson die Story nicht nur auf zwei, sondern gleich auf drei Filme auswalzt. Doch, in Peter we trust. Zurecht?
 
Bob: Und dann ist sie gekommen, die Gier, und hat von ihm Besitz Besitz ergriffen wie der Ring...
Dompathug: Ehrlich, Peter Jackson ist ein richtiger Filmemacher. Wer Filme produziert wie er, nicht wie Steven Seagal, der versteht sich als Künstler. Und ich bin überzeugt, er wollte für den Hobbit das Beste. Aber, man nach dem Ende von Herr der Ringe, Harry Potter und Twilight brauchte man ein neues Franchise, welches für einige Jahre regelmässig Geld in die Kasse spült. Und drei Filme bringen einfach mehr Geld ein als zwei. Soundtrack, Games, Spielzeug, das wird soviel Kohle bringen...
Bob: Dann fiel die Entscheidung am Schluss pro Kommerz und contra Qualität. Es lief folgendermassen ab. Peter Jackson liebt Mittelerde, er hat jede Szene gefilmt, die im Buch irgendwie vorkommt. Er wollte alles im Kasten haben und dann das Beste rausnehmen. Dann kam der Chef des Studios und frage:“Pete, is it enough for three?” und Pete antwortete: “it's perfect for two.”, doch der Boss erwiderte:  „but we want three!“. Auch wenn er im Making-Of sagen wird, dass soviel gutes Material vorhanden war, dass er es nicht nur auf zwei Filme hätte reduzieren können.
Dompathug: Ich gab Breaking Dawn eine 6.5 und jetzt dem Hobbit 7.5, das kann einfach nicht sein.
Bob: Und es ist nicht nur das, es ist sogar noch viel schlimmer. Damals, als Teil 1 von LOTR fertig war, hätte ich durchdrehen können, weil ich ein ganzes Jahr auf die Fortsetzung hab warten müssen. Jetzt bin ich am bangen und hoffen, dass es im zweiten Teil erst so richtig losgeht.

Nun, die ersten paar Minuten des Hobbits waren totales Filmvergnügen. Beim Erblicken des Auenlandes und dem ertönen der vertrauten LOTR-Melodie wird dem Zuschauer richtiggehend warm ums Herz. Und, mit dem ähnlichen Rhythmus des ersten Ringe-Streifens nimmt die Geschichte ihren Lauf. Total symphatisch wie gewohnt nimmt Peter Jackson uns mit ins Auenland. Die Stimme von Ian Holm erzählt die Geschichte seines Abenteuers und schon befinden wir uns in der Vergangenheit und Martin Freeman betritt die Bühne als Bilbo. Von der ersten Minute an akzeptierten wir ihn als Bilbo und er machte wirklich einen grossen Job (wie auch der Rest des ganzen Casts). 


Dompathug: Jetzt stell dir vor, die ganze LOTR-Saga hätte ihren Anfang mit diesem Film genommen. Es wäre nicht genug gewesen. Als Standalone reicht dies einfach nicht. Zu wenig Fleisch am Knochen. Und, da ist noch was. und das mag auch an der Story selbst liegen. Bei LOTR, da hattest du total verschiedene Charaktere, jeder total individuell. Der Elb, der Zwerg, der Mensch, der Zauberer, die Hobbits und jeden konntest du richtig gut auseinanderhalten. Und die beiden einzigen Figuren, welche mich beim Hobbit haben mitfiebern lassen, waren die beiden bereits bekannten Charaktere Gandalf und Bilbo.
Bob: Sehr guter Punkt. 13 Zwerge, da hast du auch im Buch keine Chance. Klar wird jeder einzeln beschrieben, aber trotzdem weisst du später nicht mehr wirklich welcher Throin und welcher Gloin sein soll.
Dompathug: Fili und Mili? Tili und Kili?
Bob: Fili und Kili, das sind die neuen Merry und Pippin.
Dompathug: Ich wage jetzt eine Voraussage. Der zweite Film wird mühsamer. Er wird das Niveau des ersten nicht halten können. Er wird so ein Mitteldings, ein Film ohne richtigen Anfang und ohne richtiges Ende.


Doch, wie ein dunkler Schatten hängt "Der Herr der Ringe" über "Der Hobbit". Der Film zerrt förmlich von seinen grossen Vorgängern. Wir suchten förmlich die Anspielungen auf die grosse erste Saga, nach Auftritten von Frodo, Legolas und Co. Und hier lag auch der Hund begraben. Warum hatten wir überhaupt die Zeit und die Lust um nach den LOTR-Helden Ausschau zu halten? Viellicht deshalb, weil die Geschichte sich extrem langsam fortbewegt hat. Denn, obwohl der Zuschauer nicht gelangweilt wird, viel passiert im Hobbit effektiv nicht.

Bob: Also, nochmal, was ist in Teil 1 jetzt alles passiert?
Dompathug: Gandalf hat einen Bart, die Zwerge haben gegessen...
Bob: ...und gesungen, genau. Und dann liefen sie los. Aber storytechnisch, viel ist da nicht passiert oder? 
Dompathug: Leider nicht. Verglichen mit dem ersten LOTR-Teil passierte da fast nichts. Man langweilt sich zwar nicht, aber man bekommt doch des öfteren den Eindruck, Zeuge von Füllszenen zu sein. Zum Beispiel die nicht enden wollenden Hatz aus der Höhle, der Kampf der zwei Berge...
Bob: Die Berge! Die haben wir wohl beide verdrängt. Keine Erklärung, warum sich zwei Berge hier auf die Rübe gaben. Und plötzlich hörten sie auf. Einfach so.
Dompathug: Jap, und dann kamen diese Twilight-Werwölfe.
Bob: Warge! Leider sehen die nicht mehr aus wie bei LOTR.
Dompathug: Del Torro wollte den Wargs einen etwas anderen Look geben. Sahen angeblich in LOTR zu sehr wie Hyänen aus. 
Bob: Genau wegen sowas war es wichtig, dass Peter Jackson sein Ding selber durchzieht. Ich hoff wirklich, sie können noch irgendwie an LOTR anknüpfen. Vielleicht verstehen wir es erst, wenn wir Teil zwei und drei noch gesehen haben.
Dompathug: Hoffentlich...

Fazit: Die Locations, die Sets, die Kostüme, die Darsteller, die Figuren - "Der Hobbit" vermittelt dem Zuschauer das totale "Herr der Ringe"-Gefühl, jedoch mit dem faden Beigeschmack, verglichen mit LOTR eine eher kleine Geschichte aufgetischt zu bekommen, welche zudem auf drei Filme total ausgewälzt wird. Ein mit viel Herz hervorragend produzierter Film, der jedoch zu wenig erzählt.

Schulnote 5.25



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Montag, 3. Dezember 2012

THE LAST WARRIOR



Postapokalyptische Filme gibt es wie Sand am Meer. Entweder als grosses Blockbusterdrama wie "2012", als grossen Flop wie Kevin Costners "Waterworld" oder als Zombiestreifen wie "28 Days Later". Auch B-Movie-Held Dolph Lundgren schoss sich anno 2001 durch die Apokalypse.

Inhalt: 
Ein grosses Erdbeeben trennt Kalifornien vom Festland. Auf sich gestellt kämpft US-Soldat Nick Preston (Dolph Lundgren) und sein Team verzweifelt ums Überleben - und gegen eine Horde überlebender Schwerverbrecher...

Was macht man mit drei Millionen Dollar, einem Hauptdarsteller jenseits der vierzig und einem Drehort in Eilat (Israel)? Hejo klar, einen Endzeitstreifen der billigsten Art.

Wie immer bei Filmen von einem Darsteller wie Lundgren, Erwartungshaltung gleich Null. Umso erfreulicher könnte eine allfällige positive Überraschung doch werden. Erste Ratings von "The Last Warrior" verhiessen leider nichts Gutes. Und ich kann dem Tenor nicht widersprechen. Ganz grosser Scheiss.

Ich wundere mich immer wieder, wie es Filmemacher fertig bringen, einen Film derart katastrophal umzusetzen. "The Last Warrior" wirkt unentschlossen, unfreiwillig komisch und kommt nicht in die Gänge. Dabei hatte der Film tatsächlich seine guten Ansätze. Regisseur Sheldon Lettich hätte eigentlich ein Händchen für gute Szenen und so sahen die enigen Actionszenen richtig gut aus. Aber die schwache Story, der plumpe (beinahe peinliche) Humor und das zu häufige Fehlen von Action lassen die 85 Filmminuten sehr langsam vorbeiziehen.

Fazit: Unterdurchschnittliche B-Ware.

Schulnote 3.0 


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Dienstag, 27. November 2012

THE TWILIGHT SAGA: BREAKING DAWN - PART 2



Ich habe den Hype um Twilight nie so ganz verstanden. Die Filme waren weder weltbewegend gut, noch war die Story irgendwie überzeugend. Ist es etwa der geheime Traum aller weiblichen Teenager dereinst von einem glitzernden Vampir (mit Volvo unterm Hintern) in den Hals gebissen zu werden?

Inhalt:
Bella (Kristen Stewart) hat es geschafft, sie wurde zum Vampir, ist stolze Mutter von Halb-Vampirkind Renesmee und wohnt zusammen mit Edward (Robert Pattinson), den restlichen Cullens und mit Sixpack-Schosshündchen Jacob (Taylor Lautner). Als die Volturi Gerüchte über die vermeintlich unsterbliche Renesmee erhalten, machen sie sich auf den Weg, um die Cullens zu eliminieren...

So richtig voreingenommen ins Kino zu gehen hat auch seine Vorteile. Man freut sich fast schon diebisch auf die kommenden zwei Stunden, nur um später festzustellen, was an dem "Opferfilm" schlecht sei, lächerlich oder dumm. Und ich war ziemlich geladen. "Twilight" hat mich provoziert, hat es gewagt, eine der wohl grössten Bands der Welt zu schänden und deren Musik den pickeligen Twilight-Teenies zum Frass vorzuwerfen. "Green Day" goes "Death Cab for Cutie". Zuviel für mich, und auch für andere.

Und dann fing dieser Scheiss tatsächlich an mich zu unterhalten. Klar, der Film erfüllte die typischen Klischees, der Vampir mit dem Volvo, der Wolf mit dem Sixpack, doch ich vermeinte zu sehen, wie Regisseur Bill Condon genau mit diesen Klischees brechen wollte, kamen die genannten "Events" nur einmal vor. 

Charakterlich entwickeln sich Figuren im Twilight-Universum nicht unbedingt in gute Richtungen. Let's face the truth, Bella ist eine dumme Bitch. Ihr ultrabesorgter und guter Vater (die wohl normalste Figur der ganzen Twilight-Saga) wird von ihr ziemlich kaltherzig im Unwissen über den Verbleib seiner Tochter gelassen. Der vormals starke Edward wirkt neben ihr klein und im Hintergrund. Pattinson wird also nicht nur im Real Life irgendwie verarscht, sondern auch im Film. Die kleine Dame hat in dieser Beziehung definitiv die Hosen an. Aber noch härter erwischt es Jacob. Vom ehemaligen Lover zum Wachhündchen degradiert, darf er die Beziehung von Edward und Bella mitansehen. Und für ihn scheint dies auch noch okay zu sein. Stark. Verlieren muss man erst mal können.

Gegen Ende des Films folgt die grosse Schlacht der Cullens plus deren Anhänger gegen die bösen Volturi. Und da hab ich nicht schlecht gestaunt, wie rabiat die Herrschaften auf der Leinwand zu Werke gingen. Da flogen Köpfe, da wurden Genicke gebrochen, es war mir eine echte Freude. Für einige Minuten gab es da auf der Leinwand wirklich grosses Kino zu sehen, mit Action, Drama, Abschied, Aufopferung und Helden - nur um dann wieder wie eine Seifenblase zu zerplatzen...

Fazit: Die Twilight-Saga endet besser als erwartet. Grosses Kino? Nein, aber irgendwie unterhaltsam.

Schulnote 4.5



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Samstag, 10. November 2012

Kurzfilm: FAMILIENSACHE



In der heutigen Zeit finden wir in den Hütten der Schweizer Bevölkerung die verschiedensten Familienmodelle. Kinderlose Paare, Patchworkfamilien, Vollzeit arbeitende Eltern oder das übliche traditionelle Familienmuster mit dem arbeitenden Vater, der Hausfrau und den Kids at home.

Inhalt:
Der exzentrisch wirkenden Basler Familie Intlekofer gehört die Antiquitätenbar Schluggstube. Sohn Lukas übernahm den Familienbetrieb vor einigen Jahren. Doch er leidet unter der Vorgeschichte seiner Eltern und unter einer Kindheit, welche mehr als nur etwas turbulent verläuft. 

Sarah Horst lieferte 2010 mit "Familiensache" ihre Masterarbeit in Filmregie ab.

"Ganz Basel wusste, dass dein Vater schwul ist, nur du nicht", so die Mutter im Verlaufe der 27minütigen Dokumentation zu ihrem Sohn Lukas. Und dies ist nicht der einzige Spruch, welche Lukas in diesem Kurzfilm über sich ergehen lassen muss. Die Eltern, mit einem Sprachmodul ausgestattet, welches das Niveau des Boulevard-Journalismus noch weit unterschreitet, wirken wie lebendig gewordene Figuren aus der Serie "My Name is Earl".

Dass Regisseurin Sarah Horst die Freundin von Lukas Intlekofer ist, macht die Situation für mich noch skurriler. Lukas wird hier stellenweise richtiggehend vorgeführt. Für mich ein eher wenig sympathisches Vorgehen. 

Fazit: Ein interessanter Kurzfilm über eine nicht so normale Familie, irgendwie tragisch, irgendwie komisch und irgendwie nachdenklich.

"Familiensache" kann HIER online gesehen werden.

Dienstag, 23. Oktober 2012

SKYFALL



Was war "Quantum of Solace" doch enttäuschend für mich. Ein höchstens durchschnittlicher Actionfilm präsentierte uns damals Regisseur Marc Forster, mit allen Zutaten, welche ansonsten eher in die Jason Bourne-Reihe passen würden, als in einen klassischen Bond-Film. Es dauerte ganze vier Jahre, bis Daniel Craig sich wieder in den Anzug warf. Doch, nach dem Quantum-Disaster, was konnte man von Bond noch erwarten?

Inhalt:
James Bond (Daniel Craig) ist tot. Offiziell zumindest. Inoffiziell fristet er sein Dasein auf einer Insel in der Karibik, säuft Schnaps und hurt herum. Doch als Terroristen einen Anschlag auf das Hauptquartier des MI6 verüben, kehrt Bond in sein Heimatland zurück...

Ist Daniel Craig nun wirklich ein guter Bond oder nicht? Immer wieder bekomme ich zu hören, wie sehr Pierce Brosnan doch vermisst wird. Brosnans Bond war wesentlich charmanter und unterhalsamer als Craig, der Mann mit den Segelohren, der eher wie ein prügelnder Türsteher mit MMA-Einschlag zu Werke geht, verglichem mit seinem eleganten Vorgänger. Andererseits ist der Hauch Realismus, welcher in Craigs Filmen vorherrscht, vielleicht doch nicht so fehl am Platz.

Die Verpflichtung von Regisseur Sam Mendes, bekannt für eher stillere Werke wie "American Beauty" oder "Revolutionary Road", war doch eher eine Überraschung. "Skyfall" ist die grösste Produktion, an welcher der Brite bisher beteiligt war. Zudem ist "Skyfall" mal wieder ein sogenannter Jubiläums-Bond (50 Jahre James Bond). Schon "Die Another Day" (40 Jahre James Bond) war ein solcher und war voller Anspielungen auf die ersten Abenteuer des britischen Agenten. Hat Mendes sich vielleicht zuviel zugetraut, als er sich auf den Regiestuhl gesetzt hatte?

Nach einer bestens zu Craig-Bonds passenden Eröffnungssequenz und nach dem sehr 60ies angehauchten Skyfall-Intro, gesungen von Adele, zeigt Mendes, wofür er wohl verpflichtet wurde. Er verhalf den Figuren des Bond-Universums zu extremer Tiefe. Selten sah man Bond nachdenklicher, verletzlicher oder eben einfach menschlicher wie in "Skyfall". Craig gab abermals seinen Bond in absoluter Perfektion. Aber eben, wer mit ihm als Bond nicht warm wird, dem wird seine Darstellung auch hier nicht gefallen. Geschmacksache. Javier Bardem wird wohl als einer der besten Bond-Bösewichter Filmgeschichte schreiben. Die Szenen mit Bond und Dench dominierte er, was aber natürlich auch an der Charakterzeichnung lag. Seine Figur des Raoul Silva erinnerte mich zudem in gewissen Szenen an Heath Ledgers Joker. Aber das ist wohl nur meine Ansicht. Judi Dench wurde diesmal wesentlich mehr Screentime eingeräumt als noch in ihren Auftritten davor. Ralph Fiennes hatte etwas weniger Arbeit, aber wirkte in seiner Rolle total souverän. Anderes ist man von ihm sowieso nicht gewohnt. Die beiden Bondgirls sind, wie schon in "Casino Royale" und "Quantum of Solace" nur Beilage. Stören nicht, sind aber auch nicht relevant für den Film. Und mit dem jungen Ben Whishaw wurde der passende neue Q verpflichtet. Besetzung: Top

Wer sich noch daran gestört hat, dass "Quantum of Solace" zu neumodisch daherkam, mit Wackelkamera und schnellen unübersichtlichen Cuts, der wird an "Skyfall" sicherlich seine helle Freude haben. Der Film wirkt herrlich altmodisch inszeniert und modern zugleich und gibt dem Zuschauer das Feeling, das dies auch gerne ein älterer Bond-Film sein könnte. Das Finale ist für Bond-Verhältnisse total untypisch und hinterlässt den Zuschauer mit dem Eindruck, dass 007 wieder da ist - und dass Skyfall wohl einer der stärksten Filme der gesamten Reihe darstellen könnte.

Fazit: Bond is back! 

Schulnote 5.5



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Montag, 22. Oktober 2012

MAXIMUM CONVICTION



Wenn in einem Film gleich zwei Actionheroes aufeinandertreffen, sollte richtig harte Unterhaltung eigentlich garantiert sein. Sollte, hätte, wäre...

Inhalt:
Die ehemaligen Elitesoldaten Steele (Steven Seagal) und Manning (Steve Austin) bekommen den Auftrag, ein altes Gefängnis zwecks Stilllegung zu räumen. Eigentlich kein Problem, bis ein weiteres Kommandoteam eintrifft, welches die beiden frisch eingetroffenen weiblichen Insassen umlegen will...

Steven Seagal liess sich nach "Born to raise hell" zwei Jahre Zeit, bis er sich an den vorliegenden Streifen "Maximum Conviction" traute. Untätig war der inzwischen 60jährige Kampfkünstler ja nicht. Mit "True Justice" und "Steven Seagal: Lawman" hat die grosse Kampfwurst gleich zwei TV-Serien am laufen. Da beide Serien nicht gerade die grössten Highlights in der Geschichte des Farbfernsehens darstellen, erhoffte ich mir, dass Seagal mit seinen Filmen nun immerhin ein etwas höheres Qualitätslevel erreicht. Als ich dann hörte, dass er sich für diesen Film mit Steve Austin zusammenschliesst, machte mein Actionherz einen doch etwas grösseren Sprung. Austin ist zur Zeit auf dem DTV-Markt der aufsteigende Stern, seine Filme wirken wesentlich solider produziert als die von Seagal und präsentieren dem Fan in der Regel handfeste Old School-Action.

Jedoch, bereits der erste Trailer holte mich auf den Boden der Tatsachen zurück. Und meine Befürchtungen wurden bestätigt. "Maximum Conviction" ist absolut lieblos heruntergedrehter Actionschund. Angefangen bei der uninteressanten Story bis zu den todlangweiligen Sets (gedreht wurde wohl in einem verlassenen Gebäude), der Film hat überhaupt keine Schauwerte. Klar, Seagal und Austin ballern fröhlich vergnügt durch die Gegend, Menschen brennen, Knochen werden gebrochen und Hirn spritzt. Aber so richtig will die Party nicht starten. 

Und ich bin es irgendwie leid, auch nur im entferntesten zu versuchen, irgendwelche Fortschritte in Mr. Seagals Filmographie zu suchen. Herrgott, seit sechs Jahren schreibe ich Filmreviews und Steven Seagals Streifen waren immer das Zentrum dieser Arbeit hier. Aber, die Realität ist, Seagal kümmert sich einen Dreck um Qualität. Wäre dies anderst, würde er sich mal die Werke von Lundgren oder Van Damme anschauen, welche zumindest versuchen, für sehr wenig Geld das Optimum für ihre Fans herauszuholen. Allgemein, Seagal macht nicht wirklich viel in dem Film. Zwei oder drei kurze Hand-to-Hand Fights und ansonsten latscht Seagal stets mit dem Gewehr im Anschlag durch die Gegend. Mehr gibts nicht, mehr gibt der Film jedoch auch nicht her. Trotzdem, Steve Austin wirkt etwas mehr bei der Sache und zieht seinen Kopf noch irgendwie aus der Schlinge. Uwe Boll-Spezi Michael Paré, der hier den Leader der Bad Guys gibt, wirkt zumindest böse. Wirklich enttäuscht bin ich jedoch von Regisseur Keoni Waxman, der nun schon öfters mit Seagal gearbeitet hat und nun zum ersten mal richtigen Scheiss fabriziert hat. Er hat doch in "The Keeper" und in "A Dangerous Man" bewiesen, dass er weiss, wie der Hase läuft. "Maximum Conviction" ist definitiv eine Stufe unter den genannten Werken anzusiedeln.

Fazit: Keine Erwartungen - keine Enttäuschungen. Zumindest etwas Action gibts. Aber that's it. Ungenügend. 

Schulnote 3.0


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Freitag, 19. Oktober 2012

Trailer: JACK REACHER



Tom Cruise wird zwar auch älter, aber er bringt den Actionhelden immer noch richtig gut rüber. "Jack Reacher" könnte echt was werden.

Mittwoch, 10. Oktober 2012

PENTATHLON


Die DDR ist seit ziemlich genau 22 Jahren Geschichte. Glücklicherweise. Obwohl, nicht alle ehemaligen West-Deutschen heute so denken. Das vereinigte Deutschland hat definitiv seine wirtschaftlichen Probleme. Doch das Leben im ehemaligen Ost-Deutschland war wohl definitiv kein Zuckerschlecken. Regisseur Bruce Malmuth versuchte 1994 die Situation eines DDR-Sportlers an den Olympischen Spielen darzustellen...

Inhalt:
Eric Brogar (Dolph Lundgren), im Jahr 1988 DER Star der DDR an den Olympischen Sommerspielen in Seoul, flüchtet nach dem Gewinn der Goldmedaille in die USA. Er taucht unter und verdient seine Brötchen bei John (Roger E. Mosley) in einer Burgerbude. Einige Jahre später versucht Brogar sein Comeback - und macht so seinen ehemaligen DDR-Trainer Heinrich Müller (David Soul) auf sich aufmerksam, der jetzt seine Karriere als Neo-Nazi-Terrorist bestreitet...

Der Schwede Lundgren spielt einen Ost-Deutschen in Amerika. Ein wahrlich internationaler Film. 

Mir war schon klar, was ich mir mit der "Dolph Lundgren Action Collection" gekauft habe. Wohl vielleicht nicht der grösste Filmschatz auf Erden. Aber etwas harte Action mit dem grossen Schweden, perfekte Abendunterhaltung nach einem harten Tag im Büro. 

Doch "Pentathlon" war nicht nur wegen Lundgren eine (zumindeste auf dem Papier) sehenswerte Angelegenheit. Als Antagonist wurde David Soul engagiert, Kennern vielleicht noch als Hutch aus der TV-Serie "Starsky & Hutch" bekannt. Und dazu noch Roger E. Mosley, bekannt aus "Magnum P.I.". Und in Anbetracht dessen, dass Regisseur Malmuth einige Jahre zuvor noch mit Steven Seagal den Kinohit "Hard to Kill" abgeliefert und Anfang der Achtziger Jahre auch mit Sylvester Stallone einen beachtlichen Streifen ("Nighthawks") geschossen hat, waren die Vorzeichen für einen soliden B-Streifen doch wirklich gegeben.

Doch nix da. Ich sah wahrlich schon viel Schrott meiner Helden und hab grösstmöglich darauf verzichtet, irgendetwas schön zu reden. Und "Pentathlon" gab mir schlichtweg auch keine Möglichkeit dazu. Der Film ist eine einzige Aufzählung von schlechten und peinlichen Szenen, miesen Dialogen und lahmer, schlecht choreografierter Action. Alleine die Shooting Locations sind ein einziger grosser Witz. Jedenfalls kann ich mir keine Ecke der ehemaligen DDR vorstellen, welche kalifornische Hügellandschaften aufweist. Aber über diese Schwäche hätte ich noch hinweg gesehen, wäre der Film zumindest etwas unterhaltsam gewesen. So ein Niveau erwarte ich vom Schweizer Fernsehen, aber nicht von einem Hollywood-Erfahrenen Team von Filmleuten.

Dies war Bruce Malmuth's letzter Film. Weder als Regisseur, noch als Schauspieler oder Producer war der Mann anschliessend noch tätig. Er starb 2005 71jährig an Krebs.

Fazit: Was für ein Müll. Keine Ahnung, warum dieser Scheiss überhaupt je auf ein Medium gepresst wurde. Ich glaub, ich werde alt...

Schulnote 1.0


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Freitag, 5. Oktober 2012

Mittwoch, 3. Oktober 2012

SIX BULLETS



Die Expendables sind noch immer im Kino zu bewundern, da erscheint auch schon der neueste Kracher von Jean-Claude Van Damme auf DVD.

Inhalt:
Der Söldner Simon Gaul (Van Damme) spürt für seine Auftraggeber vermisste Kinder und entführte Personen auf.  Da während seiner letzten Mission zwei Kinder sterben, hängt der Franzose seine Killerstiefel an den Haken. Als eines Tages die Tochter eines MMA-Champions (Joe Flanigan) von einem Menschenhändlerring entführt wird, bringt sich Simon doch wieder ins Zentrum des Geschehens...

Verkäufer: "Isch das neue Van Damme?"
Ich: "Jo, hüt isch Release Date."
Verkäufer: "Cool, kenn ich nonig. Aber isch sicher guet.
Ich: "Worum meinsch?"
Verkäufer: "I kenn alli Van Damme-Film. Är het no nie e schlächte gmacht."
Ich: "Right..."

Eine explosive Mischung aus "96 Hours" und "Man on Fire" - verspricht uns zumindest das Back Cover der DVD. Und wenn schon Verkäufer und DVD-Cover so überzeugend agieren, so kann sich der Film doch auch nur auf Top-Niveau befinden.

Regisseur Ernie Barbarash arbeitete innerhalb eines Jahres zum zweiten Mal mit dem kickenden Belgier zusammen. Das erste gemeinsame Werk namens "Assassination Games" war ein leider nur durchschnittler B-Actioner, nonstop in Sepia gefilmt. Ein Graus. Ah nein, "är het no nie e schlächte gmacht." Fast vergessen...

"Six Bullets" beginnt in der Tag ganz unterhaltsam. Van Damme schlitzt und bombt sich durch einige Kinderhändler, es ist eine wahre Freude. Mit dem Charakter des MMA-Champion Andrew Fayden, gespielt von Joe Flanigan, wird dem Cast einen weiteren prügelnden Charakter hinzugefügt. Allgemein agiert hier eine Schauspielcrew, die etwas über dem Durchschnitt eines üblichen B-Movies liegt. Anna-Louise Plowman agiert ebenso grundsolide wie die junge Charlotte Beaumont, welche das entführte Mädchen verkörperte. Und, JCVD konnte es auch in diesem Film nicht lassen und liess offerierte seinen beiden Sprösslingen Bianca Bree und Kristopher Van Varenberg kleine Rollen. Irgendwie nett von Papa Jean-Claude.

Für typische B-Ware mit 10 Millionen Dollar Budget wird des öfteren in Osteuropa gedreht. Dies ist auch hier der Fall. Gedreht wurde in Bulgarien, welches im Film Moldawien spielt.

Wer einen strunzdummen und straighten Actionfilm erwartet, wird wohl etwas enttäuscht werden. Es kracht zwar ordentilch im Film, doch verkauft uns Van Damme hier nicht sein übliches Muskelwerk. "Six Bullets" will mehr sein, ein bisschen Thriller, eine Prise Drama, ein Stück Familiendrama und dann noch etwas Suspense und fertig ist der neue Van Damme-Streifen.

Doch unter dem Strich muss man sagen, "Six Bullets" ist nur biedere Durchschnittsware. Ein Film, den man dereinst höchstens im Free-TV bewundern sollte. Schade, mal wieder. Wäre mehr drin gelegen.

Fazit: Ich werde meinen nächsten Van Damme-Film wieder beim selben Discounter kaufen. Denn ein schlechter Film ist "Six Bullets" nicht - ein guter aber definitiv auch nicht.

Schulnote 4.0


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Mittwoch, 19. September 2012

TOM MEETS ZIZOU



Die Welt des Fussballs ist nicht gerade der Inbegriff für eine Vereinigung der grössten Denker. "Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien!" oder "Das ist eine Deprimierung" (mit bestem Dank an Andreas "Heulsuse" Möller) sind eher Sätze, welche wir in Verbindung mit den Fussballstars dieser Welt bringen. Hierzulande gab und gibt es noch immer Spitzenfussballer mit eingebautem Entertainment-Programm im Sprachzentrum. Zum Beispiel die Herren Sforza und Hakan Yakin welche gefühlt alle Interviews stets mit einem "Jo, wie xeit..." begannen. Ja, sogar der Basler Alexander Frei, welcher von mir in höchstem Masse geschätzt wird, hatte früher den Spleen, von sich selbst in der dritten Person zu sprechen ("Alex Frei wäre nicht Alex Frei, wenn er nicht...." - Alex Frei). Fussballer - eher einfache und bodenständige Menschen, quasi nicht-krüppelnde Bauern mit einem zu hohen (nicht vom Staat subventionierten) Lohn...

Inhalt:
Im Jahr 2004 setzte der junge Spieler Thomas Broich seinen Fuss erstmals auf 1. Bundesliga-Rasen. Er galt mit Lahm, Schweinsteiger und Podolski als eines der grössten Fussballtalente des grossen Kantons. Acht Jahre Lang begleitete der Filmemacher Aljoscha Pause den sensiblen Spieler, welcher von den Medien wegen seiner Affinität zu klassischer Musik als "Spielender Mozart" bezeichnet wurde und zeigt auf, wie steinig der Weg im Fussballbusiness doch ist, wenn das eigene Gehirn zuviel denkt...

Ich erinnere mich noch dunkel an diese Samstage. ARD bekam die Fussballrechte für die 1. Bundesliga zurück und bei Borussia Mönchengladbach spielte dieser Thomas Broich. Der Intellektuelle. Es dauerte dann einige Jahre, bis ich mich während eines Spieltags gefragt habe, was denn aus diesem genialen Spieler geworden ist. Seit 2011 kickt Broich in Australien bei den Brisbane Roar. Was zum Geier hat diesen Ausnahmekönner ins fussballerische Niemandsland verfrachtet?

Die Doku "Tom meets Zizou" umfasst eine Zeitspanne von Ende 2003 bis ins Jahr 2010. Es ist spannend zu sehen, wie sich die Person Thomas von Kapitel zu Kapitel wandelt, wie dieser junge Spieler zu Beginn noch voller Hoffnungen ist, sich auch um eine Karriere in der Nationalmannschaft Gedanken macht, nur um am Ende seiner Deutschlandreise über seine Wohnung in Nürnberg zu sagen "Die Bude, die sieht aus, als wär ich gestern eingezogen, in einer Stadt, in der ich nicht leben will und in einer Situation, in der ich nicht stecken will." Broich spricht absolut offen über seine Gefühlswelt, sein Erlebtes, auch seine Ziele und Erwartungen. Und als Zuschauer beginnt man sich vielleicht zu fragen, warum dieses belesene Gemüt sich ins Haifischbecken Bundesliga gewagt hat. Vorallem einige seiner ehemaligen Trainer kommen nicht so gut weg. Christoph Daums Auftritt wirkt sogar sehr blossstellend für den legendären Trainer mit der vermeintlich fehlenden Nasenscheidewand.

Negativpunkte gibts wenige, einzig die Laufzeit des Streifens ist mit 135 Minuten zu hoch angesetzt. Leicht ermüdend.

"Wenn ich dann noch erfolgreich gewesen wäre, dann wär ich jetzt wohl ein total unausstehlicher Typ", sagt Broich im Rückblick auf seine Zeit in Deutschland. Und damit hat er wohl auch recht. Broichs Charakter wandelt meines Erachtens auf einem schmalen Grat zwischen belesenem und besserwisserischem Arschloch und zwischen dem offenen, sensiblen und symphatischen Typen zugleich.

Schlussendlich wurde Broich nicht zum Weltstar. Er bleibt wohl nur eine etwas grössere Randnotiz in den Geschichtsbüchern der Bundesliga. Doch Broich schaffte es trotzdem sein Glück zu finden. Und dies ist doch irgendwie eine Metapher für alles im Leben. Fuck, vielleicht kannst du bei der geilen Blonden mit den grossen Hupen nicht landen, aber deswegen musst du nicht unglücklich dein Dasein fristen und landest halt bei der netten kleinen Brünetten. Da Glotzen vielleicht nicht soviele Typen darauf, aber das Leben ist vielleicht wesentlich angenehmer und sicherlich nicht schlechter, einfach mit weniger Thrill.

Fazit: Eine äusserst ehrliche und schonungslose Abrechnung mit dem Geschäft Fussball. Eine Doku, nach der man sich wirklich freut, dass Thomas Broich sein Glück nun doch noch gefunden hat.

Schulnote 5.5

 

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Montag, 10. September 2012

THE EXPENDABLES 2



Der Kampf gegen die Zeit macht uns Menschen oft Beine. Den letzten Zug noch erwischen. Noch halbwegs pünktlich im Geschäft eintreffen. Auch Sylvester Stallone ist in einem Rennen gegen die Zeit - oder in einem Kampf gegen den körperlichen Verfall. So liess der 66jährige Actionstar die Zuschauer nicht lange auf die Fortsetzung des Krachers "The Expendables" warten...

Inhalt:
Barney Ross (Sylvester Stallone) führt sein Team (Jason Statham, Dolph Lundgren, Jet Li, Randy Couture, Terry Crews) nach Osteuropa in den Kampf gegen den Terroristen Jean Vilain (Jean-Claude Van Damme) und seinen Handlanger Hector (Scott Adkins)...

 "Das Altersheim hat Ausgang" oder "Diese alten Säcke will doch niemand mehr sehen" - Kommentare dieser Art kamen mir hinsichtlich "The Expendables 2" zu Ohren. Doch in Zeiten von CGI-Blockbustern oder tuntigen Vampirfilmen wie "Twilight" wirkt alleine die Ankündigung eines Actionspektakels unserer alten Helden wie die vom Herrn geschickte Erlösung.

Für seinen zweiten Expendables-Streifen erhöhte Sylvester Stallone die Anzahl an Actionhelden um einige beachtliche Namen. Wie schon in Teil eins agieren neben ihm Jason Statham, Dolph Lundgren, Jet Li, Terry Crews und Randy Couture. Dazu wurden die Cameo-Figuren von Arnold Schwarzenegger und Bruce Willis ausgebaut und bekamen grössere Nebenrollen. Als Bad Boy wurde Jean-Claude Van Damme engagiert und an seiner Seite agierend der aktuelle B-Movie-Star Scott Adkins. Liam Hemsworth wurde (warum auch immer) Teil des Söldnerteams - und Chuck Norris bekam einen genialen Auftritt auf den Leib geschrieben. Und damit sich die wohl einzige Frau, welche sich in eine Expendables-Vorführung verirrt, nicht zu einsam fühlt, wurde noch die asiatische Darstellerin Nan Yu verpflichtet. Nein, Frauen haben in diesem Film wahrlich nicht viel zu melden. Auch mal schön.

Der mit einem Budget von 100 Millionen US-Dollar ausgestattete Streifen ist in Wirklichkeit nicht mehr und nicht weniger als ein billiger B-Kracher, dessen Story auf einem Tempo-Taschentuch niedergeschrieben werden könnte. Doch Stallones Anspruch war es nicht, den intellektuellsten Film der Saison zu produzieren, sondern das symbolische Greatest Hits-Album unserer alten Actionhelden neu aufzunehmen. Und dies funktioniert vorzüglich. "The Expendables 2" ist maskulines Actionkino par excellence, voller Anspielungen auf Filmhits unserer Helden. Zudem ist der Gewaltfaktor ausserordentlich hoch. Köpfe fliegen weg, Menschen explodieren und das Blut fliesst in Strömen. Jedoch all dies mit einem humorvollen Unterton und begleitet von One-Linern der obersten Güteklasse ("Rest in Pieces").

Fazit: Ladies, bleibt mal schön brav zu Hause, schaut eure Serien, hört das neue Rihanna-Album, quatscht mit euren Freundinnen, lest die neue Cosmopolitan, aber die Männer dürfen jetzt mal wieder ins Kino. "The Expendables 2" ist ein typischer Männerfilm. Krachend, witzig, strunzdumm, brutal, cool und voller Testosteron. So soll es sein. Wir freuen uns auf Teil 3.

Schulnote 5.5 


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Montag, 27. August 2012

BAD ASS



Als der Rentner und Vietnam-Veteran Thomas Bruso am 15. Februar 2010 sein Domizil in Oakland verliess und einen Bus der AC Transit Agency betrat, war ihm wohl nicht bewusst, dass ihn nur wenige Augenblicke von Weltruhm trennten. Der 67jährige geriet damals in eine Auseinandersetzung mit einem wesentlich jüngeren Kontrahenten und gab dem leicht agressiveren Herrn so richtig eins auf die Mütze. Und hätte eine Dame nicht zufälligerweise das Geschehen gefilmt und auf Youtube gestellt, wären wir jetzt nicht in der Lage den Streifen genannt "Bad Ass" zu geniessen...

Inhalt:
Frank Vega (Danny Trejo) lebt ein äusserst bescheidenes Leben in East Los Angeles. Als er eines Tages während einer Busfahrt einen Mitbürger beschützt und zwei üblen Gestalten so richtig die Visage verbeult, ändert sich sein Leben komplett. Vega wird zum Youtube-Star und bekommt von der Öffentlichkeit den Spitznamen "Bad Ass". Als jedoch sein bester Freund ermordet wird und die Polizei sich nicht wirklich für diesen Fall zu interessieren scheint, nimmt sich Vega der Sache an...

Danny Trejo weiss sein Bankkonto auch nach dem Erreichen des Pensionsalters so richtig zu füllen. Seit "Machete" ist der Darsteller mit dem "den-will-ich-nicht-in-einer-dunklen-Gasse-treffen"-Gesicht gefragt wie nie zuvor, hat in zwei Jahren über dreissig Projekte beendet, von einfachen Cameos und Nebenrollen in Kinofilmen bis hin zu Hauptrollen in B-Streifen - Trejo macht für Geld momentan (fast) alles.

"Based on a true story", ein Satz, der die Daseinsberechtigung für zu viele Filme dieser Welt darstellt. "Bad Ass" wäre eigentlich nicht auf die Verlinkung zu Thomas Bruso (auch "Epic Beard Man" genannt) angewiesen. Jedoch, jede Werbung ist gute Werbung, so liess Regisseur Craig Moss die berühmte Bus-Szene im Film nachstellen - was so ziemlich die einzige wirkliche Verbindung zu Bruso darstellt. Das Intro des Streifens empfinde ich als äusserst gelungen. Wir werden Zeuge der Vergangenheit Vegas, ebenso den Problemen, unter welchen wohl viele Vietnam-Veteranen gelitten haben. Beinahe ein kritischer Film, der Begebenheiten der siebziger Jahre wieder aufarbeitet. Aber eben nur beinahe. Denn "Bad Ass" ist nicht mehr oder weniger als ein Rache-Streifen der günstigeren Art.

Danny Trejo ist vielleicht nicht der grösste Schauspieler unter der Sonne, aber phasenweise wird er in "Bad Ass" richtig gefordert und absolviert auch die eher leisen Szenen wirklich überzeugend. Nice Job. Und mit seinen bald 68 Jahren weiss Trejo auch körperlich noch zu überzeugen. Ron Perlman ist ebenfalls mit an Bord, aber seine Screentime ist begrenzt auf etwa drei Szenen. Der Rest des Casts ist eigentlich nicht der Rede wert, wirkt wie Füllmaterial für einen Film, der nur dem Zweck dient, Trejo etwas zum Draufhauen zu liefern.

Fazit: Der Film weiss zu unterhalten und ist für einen unbedeutenden und primitiven Actionabend genau das richtige. Vielleicht...

Schulnote 4.0





Freitag, 17. August 2012

Trailer: BULLET TO THE HEAD (Stallone)


Es scheint, als ob die alten Recken es nochmals so richtig wissen wollen. Nicht nur Schwarzenegger, nein, auch Stallone bringt in den nächsten Monaten nach "The Expendables 2" noch einen weiteren Streifen auf die Leinwand. Regie: Walter Hill


Trailer: THE LAST STAND (Schwarzenegger)



Sein Cameo in "The Expendables" war wohl nur ein Warm-Up, denn Arnold Schwarzenegger meldet sich mit "The Last Stand" offiziell auf der Leinwand zurück. Seine letzte Hauptrolle liegt mittlerweile bald ein Jahrzehnt zurück. Schön, ist der Ex-Gouvernator wieder da. Der Trailer verspricht harte Action. Wir freuen uns. 

Regie führt übrigens Jee-Woon Kim, bekannt für "I Saw the Devil" und "The Good, The Bad, the Weird".


Trailer: UNIVERSAL SOLDIER: DAY OF RECKONING



Van Damme vs. Lundgren vs. Adkins. Directed by John Hyams. Ich erwarte gute B-Action!


Mittwoch, 15. August 2012

THE KARATE KID (1984)



Was war man als Kind doch leicht zu beeindrucken. Filme mussten weder zuviel Sinn machen, noch uns irgendwie intellektuell stimulieren. Wir verliessen uns noch auf unsere Gefühle und liessen uns von denen leiten. Sympathische Charaktere waren uns wichtig. Vorbilder. Und hatte der Film noch was cooles an sich, was am nächsten Tag auf dem Pausenplatz hätte beredet werden können - umso besser.

Inhalt:
Daniel Larusso (Ralph Macchio) zog soeben von New Jersey ins warme Los Angeles. Seine Mutter hat einen neuen Job, er lernte die blonde Ali (Elisabeth Shue) kennen, der Hauswart Miyagi (Pat Morita) scheint auch ein dufter Typ zu sein - und hey, California! Daniel hat eigentlich das goldene Los gezogen. Wäre da nicht Alis Ex-Freund Johnny (William Zabka), der mit der neuen Liebelei seiner Verflossenen nicht gerade einverstanden ist. Daniel, der Mann mit der lockeren Zunge, sieht sich jedoch seines Alpha-Status entmachtet und hat nur die Möglichkeiten, sich für den Rest der Schulzeit als Prügelknabe für die Karatekas des Cobra Kai Dojos zu präsentieren oder sich zur Wehr zu setzen. Da kommt es doch gelegen, dass Mr. Miyagi mehr ist als ein einfacher Hauswart...

Die Achtziger Jahre hatten einfach was. Coole Filme, coole Musik, schräge Frisuren - und den Karate Kid. Irgendwie unverständlich, denn der titelgebende Karate Kicker ist eine Nervensäge wie sie im Buche steht. Seine Klappe zu gross, dazu sein unterwürfig-schleimiges Auftreten. Ja, ich mochte Daniel Larusso nie wirlich und könnte ihm bei fast jeder Szene pausenlos die Fresse polieren.

Aber, bei aller Antipathie zum Hauptcharakter, John G. Avildsen, Regisseur von "Rocky" hat bei "Karate Kid" so ziemlich alles richtig gemacht. Der Film folgt den ähnlichen Strukturen wie Stallones Box-Klassiker und auch die Charaktere scheinen einen verdächtig ähnlichen Aufbau vorzuweisen.

Es ist interessant zu sehen, wie die Klassiker der Achtziger Jahre immer wieder einen Cast vorweisen können, der sich echt sehen lassen kann. Ich bin zwar kein Fan von der Figur des Daniel Larusso, aber Ralph Macchio machte einen guten Job. Pat Morita als menschlicher Yoda passt wie die Faust aufs Auge. Elisabeth Shue war einfach knuffig. Und William Zabka ist genau der richtige Bad Boy für diesen Coming of Age-Streifen. Und dann ist da noch Martin Kove, hier in der Rolle des Cobra Kai-Trainers, dieses üblen Typen, der den armen Kids das böse Karate beibringt. Kove, ein typisches Gesicht dieses Jahrzehnts, von "Rambo II" bis "Cagney & Lacey", Kove war überall zu sehen. Die Rolle des John Kreese in Karate Kid ist seine Paraderolle.

Der fehlende Realismus wird dem Film oft als erstes vorgeworfen. Und klar, man lernt nicht in wenigen Monaten und nur durch "Auftragen / Polieren" eine Kampfsportart. Auch die Kampfszenen wirken nicht gerade überzeugend und waren wohl schon bei Kino-Release eher lächerlicher Natur. Mal ehrlich, mit dem Kranich-Scheiss schaffst du es vielleicht, dass der Gegner sich zuerst kaputt lacht, aber danach kassierst du einige Penaltys.

Was genau macht denn die Faszination dieses Streifens aus? Unter anderem der dufte Soundtrack, der das Teenager-Gefühl dieser Zeit auch im 21. Jahrhundert immer wieder aufleben lässt. Oder das bekannte Gefühl sich in die hübsche Blonde zu verknallen, die jedoch immer noch den Ex an der Backe hat. Und vielleicht auch die bekannte Situation, sich einer Übermacht stellen zu müssen und Eier zu zeigen.

Fazit: "Karate Kid" ist ein wahrer Klassiker, egal wieviele Remakes es noch geben wird. Dem Original folgte noch eine gute Fortsetzung, ein überflüssiger dritter Teil und ein total mieser Teil vier. Aus Nostaliegründen die Höchstnote.

Schulnote 6.0