Freitag, 8. Mai 2009

STAR TREK (2009)


The wait is over! Und es wurde auch Zeit, denn ich war das Warten mehr als leid. Die beiden Kinotrailer machten die Star Trek-lose Kinozeit zur endgültigen Qual. Ein episches Spektakel schien uns zu erwarten. Und meine Erwartungshaltung an diesen wunderbaren Film mit dem einfachen Titel "Star Trek" schoss ins unermessliche. Konnte der Film diesen Erwartungen überhaupt gerecht werden?

Inhalt:
Die Narada, ein romulanisches Schiff unter dem Kommando von Captain Nero, zerstört in der Mitte des 23. Jahrhunderts die U.S.S. Kelvin. Ein Grossteil der Besatzung kann sich retten, jedoch Commander George Kirk, Vater von James Kirk, opfert sich für seine Familie und seine Crew. Durch das Auftauchen Neros verändert sich die Zeitlinie und auch die Jugend von James Kirk, der in James Dean-Manier heranwächst, ein Rebell, wie er im Buche steht, Action, Alkohol und schönen Frauen nicht abgeneigt. Eines Tages landet er (im wahrsten Sinne) vor Captain Pike, welcher dem jungen Mann eintrichtert, der Sternenflotte beizutreten. Kirk nimmt das Angebot an und trifft während seiner Studienzeit auf Spock, McCoy und Uhura. Als die Narada eines Tages Vulkan angreift, sieht sich Captain Nero wiederrum mit einem Kirk konfrontiert...

Es war schon faszinierend, sich ein paar Monate vor dem Filmrelease in gewissen Scifi-Foren aufzuhalten. Da dachte ich ursprünglich, "Hey, der J.J. Abrams übernimmt das Franchise - der Lost-Typ - das wird bei den Fans doch garantiert gut ankommen - speziell, wenn man betrachtet, wie genial Lost und wohl auch Alias (kenn ich nur vom hörensagen bisher) konstruiert sind." Und da Rick Bermans letzte Trek-Arbeiten bei den Fans auch nicht gerade hochgepriesen worden sind, ging ich in Erwartung von Freudentänzen und Lobeshymnen besagtes Forum.

Die Ernüchterung trat umgehend ein. J.J. schien bei Trekfans nicht gerade ein hohes Ansehen zu geniessen und bekam des öfteren den total liebevollen Nickname JarJar Abrams verpasst. Erste Bilder der neuen 1701 (für Unwissende: Die Enterprise) waren grandios, wurden aber nicht minder verschont - sieht das Schiff angeblich kein bisschen wie die Ur-Enterprise aus. Die neue Crew bekam natürlich auch ihr Fett weg. Star Trek 90210 war noch eine der angenehmeren Bezeichnungen. Schlechte Vorzeichen für einen Trekfilm, wenn die Fangemeinde gespaltener als jemals zuvor ist.

Um die Vorfreude (Folter zugleich) zu geniessen, wurde vorab der Comic "Star Trek: Countdown" veröffentlicht, welcher ein Brückenabenteuer zwischen dem Berman- und dem Abramstrek darstellen soll. Nicht unbedingt ein Meisterwerk, gibt die Story jedoch einen interessanten Blick auf die Vergangenheit von Nero, einem Mann, der alles verlor, was er geliebt hat - und noch mehr. Picard, Data (mal wieder eine Trek-Wiedergeburt), LaForge und Worf dürfen in dieser Story auch noch kurz reinschauen. Und natürlich Spock, dem Verursacher der Filmstory.

Endlich war es soweit - 07. Mai 2009 - Donnerstag. Gemeinsam mit einer sehr bunt gemischten Truppe von Kollegen, besuchte ich die Premiere von "Star Trek". Das wir uns für die Originalfassung entschieden, muss betont werden, da die deutsche Synchro angeblich sehr unterdurchschnittlich sein soll. Passend zu einer Trek-Premiere, erschienen diverse Gestalten in kompletter Star Trek-Uniform. Sorry, liebe Trekker - ich finde das mehr als peinlich. Genau wegen solchen Freaks ist doch das Trek-Universum ein Witz in Augen der Non-Trekker (Freue mich jetzt schon auf Hass-Kommentare *g* - aber ich hab meine Meinung und vertrete diese auch).

Selten gingen mir Kinowerbung und Trailer dermassen auf die Nerven - ICH WILL DIESEN FILM SEHEN!! Und als dann das Matterhorn und der rote böse Roboter auf der Leinwand erschienen, wurde es mir warm ums Herz.

Na gut, zuerst hörte ich meinen Kollegen rufen "Das ist die falsche Musik - Star Trek hat immer die gleiche Titelmusik am Anfang". Liebe Grüsse an dieser Stelle an Dominix :-) (der übrigens nicht recht hatte!! - Aber jetzt keine Details). Das erscheinen der U.S.S. Kelvin auf dem Screen beruhigte unsere Nerven und die Pupillen wurden grösser, erstarten ob der Wucht der Bilder. Schnelle Schnitte, momentan in Hollywood sehr "in", prägten das Geschehen auf der Kelvin-Brücke. Der Angriff der Narada wurde nicht mit weniger cutreich gefilmt, bekam aber durch die Schnitte einen enormen Drive. Wow... es krachte im ganze Kinosaal. Die Stühle bebten - oder war es mein Trek-Herz, welches nach Jahren des Verzichts wieder auf maximaler Kraft arbeitete? Das Ende der U.S.S. Kelvin und zugleich der Tod von Papa Kirk waren nichts Neues (die Story des Films war mir bekannt), wurden aber sehr ergreifend inszeniert. Ich vergoss zwar keine Tränen, aber ein Schauer lief mir definitiv über den Rücken.

Das Geschehen änderte sich von Weltraum-Bummbumm in die Kindheit der beiden zentralen Charaktere - Kirk und Spock. Zwischen Iowa und Vulkan wechselten die Bilder hin und her. Kirk jagte soeben das antike Auto (eine Stingray) seines Onkels über die Klippen. Trekkies werden sich sicherlich über das Product Placement von Nokia grün und haarig geärgert haben. Spock hingegen hat als junger Vulkanier sichtlich Probleme akzeptiert zu werden. Seine Mitschüler versuchen Emotionen in dem Halbvulkanier auszulösen. Leider mit Erfolg.

Weitere Jahre vergehen. Auf der Erde gerät James Kirk (nun gespielt von Chris Pine) in einen Barfight mit einigen Kadetten der Sternenflotte. Captain Pike redet anschliessend Kirk ins Gewissen - dieser Tritt am nächsten Tag in die Akademie ein. Auf Vulkan lehnt Spock ein Angebot der vulkanischen Wissenschaftsakademie ab, da sein menschliches Erbe ihm stets angelastet wird - auch er tritt der Sternenflotte bei.

Das Geschehen macht einen weiteren Zeitsprung drei Jahre in die Zukunft. Kirk, der in der Zwischenzeit auch auf Leonard McCoy traf, bestreitet den Kobayashi Maru-Test. Trekker dürften hier schmunzeln, sollte ihnen dieser Test ja nicht ganz unbekannt sein. Wie auch in der ursprünglichen Zeitlinie, betrügt Kirk den Computer und rettet in der Simulation die Kobayashi Maru. Sehr zum Ärger von Spock, der diese Simulation programmiert hat. Kirk kommt vor das Akademie-Gericht (oder was auch immer das war) und gerät zum ersten Mal mit Spock aneinander.

Die Anhörung wird von einem Notruf vom Planeten Vulkan unterbrochen. Alle Kadetten werden diversen Raumschiffen zugeteilt, unter anderem der neuen Enterprise unter Christopher Pike's Kommando. Auf Vulkan ist derzeit die Hölle los. Nero will den Planeten in die Luft jagen, Kirk und co. versuchen ihn daran zu hindern.

Kurze Auszeit - Vulkan ist für mich der Inbegriff von Star Trek. Und der Schock, auch wenn ich die Story bereits gekannt habe, war perfekt - J.J. lässt tatsächlich Vulkan ausradieren.

Die Story geht zügig voran - und hier präsentiert uns das Drehbuch nun einige Schwächen. Das Aufeinandertreffen von Kirk und dem alten Spock auf Delta Vega - Trekker heben bereits den Mahnfinger und erinnern, dass Delta Vega ausserhalb unserer Galaxy liegt und kein Nachbarplanet von Vulkan ist - war doch ein wenig gar unglaubwürdig. Mal ehrlich, die Galaxie ist scheissgross. Und ausgerechnet auf einem eisigen und hässlichen Planeten treffen Kirk und Spock aufeinander. Schwer zu glauben. Doch der Auftritt Leonard Nimoys hilft dem Zuschauer über die Logiklöcher hinweg. Nimoy, definitiv ein paar Jahre älter als noch zu Star Trek VI-Zeiten, hat nichts von seinem Charisma eingebüsst. Ein paar dem Trekker bekannte Sätze sind zu hören - und ein Dialog, der nun auch dem Neo-Trekker zum Durchblick verhelfen sollte. Im letzten Drittel des Films trifft man nun auch noch auf Scotty und - grosses Logikloch - beamt zurück auf die Enterprise, welche nun zwar seit Stunden mit Hochwarp unterwegs ist - dies jedoch für unsere Helden kein Hindernis darstellt.


Auf der Brücke übernimmt Kirk dank einer Sternenflotten-Emotions-Ausrast-Regel das Kommando und setzt Kurs auf Nero und die Erde. Dass Nero besiegt und die Erde gerettet wird, muss eigentlich nicht erwähnt werden. Doch bei J.J. Abrams weiss man ja nie. Gegen Filmende wird Kirk zum Captain der Enterprise ernannt - Trekkienerds heulen schon jetzt, wie unrealistisch das ist, nach drei Jahren Akademie und nur einem Ernstfall zum Captain ernannt zu werden - und das aufgemotzte Theme der Classic-Serie erklingt. ENDE

Mit einem Gefühl der absoluten Leere ging ich aus diesem Kinosaal, abgelenkt durch meine Begleiter, welche ich natürlich über das aktuelle Befinden und ihre Meinung über das Gesehene ausgefragt habe. Das Echo war zum grössten Teil positiv. Abrams hat es geschafft, "Star Trek" auch einigen Newbies auftischen zu können. Höchstens zwei meiner sechs anwesenden Kollegen wären zu Nemesis mitgekommen, da bin ich mir ziemlich sicher.

Die Leere. Da wartete ich so lange auf diesen Streifen, genoss die Trailer, die News, das ganze Vorspiel. Und Bumm - schon ist es vorbei. Doch, wie fand ich denn nun diesen Streifen?

Obwohl mein Trekuniversum nicht mehr dasselbe ist, obwohl Abrams einiges über den Haufen warf, plus 6 Milliarden Vulkanier über den Jordan springen liess, obwohl die Enterprise-Brücke nun wie ein riesiger iPod aussieht, dieser Film ist ein kracher. Typisches Trekfeeling, gepaart mit heftiger Action, schnellen Cuts, vielen Lachern und überraschen überzeugenden jungen Darstellern. Abrams und seine Crew können sich auf die Schultern klopfen, wurde doch fast alles richtig gemacht. Fast alles?

Jep, leider nur fast. Denn, es muss gesagt werden, der Mittelteil des Filmes präsentiert dem Publikum einige der grössten Plotholes der Star Trek-Filmgeschichte. Die Story mit dem Transwarp-Beam könnte ich noch verkraften, aber das sehr erzwungene Zusammentreffen von Kirk und Old Vulkanhand erscheint sehr künstlich. Hätte man besser lösen können. Dann gibt es noch einen Punkt, der mir nicht so ganz gefiel. Nero. Gespielt vom genialen Eric Bana, hätte dieser Bösewicht die Grösse eines Khan erreichen können. Der erlittene Verlust Neros hätte jeder Zuschauer nachempfinden können, seine Rachegefühle besser verstehen können, hätte Abrams sich mehr Zeit genommen, um auch Neros Geschichte ausgiebiger darzustellen. Ich verstehe jedoch, dass ein erfolgreicher Film nicht viel länger als zwei Stunden Laufzeit aufweisen sollte - deshalb verzeiche ich den Machern natürlich diesen Makel zum Teil.

Die Darstellerriege von Star Trek kann sich wirklich sehen lassen. Chris Pine, von vielen Trekkern schon zum Kirk-Alptraum verschrien, liefert eine absolut überzeugende Vorstellung des jungen James Tiberius Kirk ab. Zudem hat der gute Mann so richtig "den Schalk im Nacken". Zu witzig sind manche seiner Szenen. Zachary Quinto ist der neue Spock. Auch seine Arbeit kann sich sehen lassen, nicht nur optisch gleicht der "Heroes"-Bösewicht Nimoy, auch seine Rolle als Vulkanier spielt Quinto mit dem gleichen Elan, der gleichen Eleganz und dem gleichen Engagement. Karl Urban als McCoy kommt in Halbzeit zwei leider ein wenig zu kurz. Aber auch er macht dem verstorbenen Ur-Pille DeForest Kelley alle Ehre. Simon Peck als Scotty kann überzeugen. Der Charakter des Scotty wurde aber sehr humoristisch ausgelegt, das gleiche gilt für den jungen Chekov. Anton Yelchin ist im Film definitiv für ein paar der grössten Lacher verantwortlich. John Cho, bekannt aus den Harald & Kumar-Filmen, sowie American Pie, ist ein solider Sulu und darf in Halbzeit eins sogar zusammen mit Kirk auf eine Aussenmission, hat aber leider in Halbzeit zwei nicht mehr viel Screentime. Uhura wird von Zoe Saldana gespielt. Extrem sexy und schlagfertig überzeugt die Darstellerin vollkommen. Die Beziehung zwischen Spock und Uhura ist für Hardcore-Nerd-Trekker aber wohl ein ganz grosses Mahnfinger-Erheben wert.

Das Gaststar-Aufgebot hat nicht weniger zu bieten. Bereits erwähnt wurde Eric Bana. Auch Winona "Shoplifterin" Ryder hatt einen netten Kurzauftritt als Spocks Mama. Aber am besten gefiel mir Bruce Greenwood als Captain Pike. Alleine schon das Ausgraben des ersten Enterprise-Captains der Trek-Geschichte (Trekkie-Nerds erheben bereits den Mahnfinger und weisen darauf hin, dass Robert April der erste Enterprise-Captain war....) war doch ein Geschenk von Abrams an die alten Fans. Und Greenwood konnte vollends überzeugen.

Fazit: Ich sah "Star Trek (2009) nun dreimal im Zweitage-Rythmus. Ein grossartiger Film, dem man höchstens ankreiden kann, dass die Story stellenweise mit Schweizer Käse versehen wurde. Jedoch herrscht hier Star Trek-Feeling pur. Ein Film für Neo-Trekker, jedoch auch für die alte Generation, die open minded an diese neue Zeitlinie herantreten kann. Star Trek 12 kann kommen!

Schulnote 5.5

Kommentare:

Leftfield hat gesagt…

Habe mich noch nicht ins Kino getraut.

Bin alson gespannt auf deinen Bericht!

*Vorfreude hat* ;)

Doc Savage hat gesagt…

Der film lässt sich mit zwei Worten sehr gut beschreiben: fuckin' awesome!!!

Man muss ich nur drauf einlassen. ^^

Dominix hat gesagt…

Trotz alles Skepsis...


Scheeeeeeeeeeeni Sach.

turon47 hat gesagt…

Ich will ja nicht ungeduldig erscheinen, abba der Film ist raus, der erste Schwall an Beschwerden ist durch und sogar ich hab schon meine Rezension zum Begleitroman pferdig.
Seit Tagen bin ich gespannt wie ein Flitzbogen, welcher Meinung Du wohl bist...

Also, spann uns bitte nicht noch länger auf die Folter!!

Star Trek Freak hat gesagt…

Ich bin auch mal gespannt. Ich durchforste das Netz grade, um mir klar zu werden, ob ich micht trauen sollte.

Anonym hat gesagt…

Bestimmt typisches Fanboygetue ohne jegliche Objektivität.

DomPatHug hat gesagt…

@Anonym: Hä? Wie meinen?
@Turon: Here it is. Bin mal auf deine Meinung gespannt.
@Dominix: Gratuliere - bist erwähnt worden :-)
@Savage: Ich wage es nicht, dir zu widersprechen
@Leftfield: Trau dich!!

Leftfield hat gesagt…

Danke!
Toller Heißmacher :)

Schon für Samstag alles vorbereitet mit den Jungs.
Kann es kaum noch erwarten :-)

Da ich jetzt Bescheid weiß, kann ich (auch wegen der Logiklöcher) ganz anders an die Sache rangehen (oder besser: reingehen ;))

OK...Danke, Dom.
Wieder mal ein Topbericht!

Dominix hat gesagt…

Ich war ja skeptisch, bin kein Freund von "jetzt haben wir zehn mal Zukunft gezeigt, jetzt gehen wir zurück -Filmen.

Aber muss doch sagen, der Film ist gelungen.
Man darf einfach nicht mit der Einstellung ins Kino gehen von wegen "früher hat man erklärt es sei so gewesen, jetzt ist es plötzlich anders".

Schauspieler sind gut ausgewählt.
Pine läuft exakt gleich auf die Transport-Plattform, kurz vor dem Beamen, wie es seiner Zeit "OldShattnerhand" (Wortspiele olé, Herr Hug) tat.

Quinto verkörpert den Spock genial, optisch passt es sogar.

Simon Pegg, der Scotty den geilen Akzent verpasst, denn auch Dohann schon so hammermässig mitbrachte. "I liiike thiiis Shiip..it's exiiitiiiinng"
"you come from the future? You still have sandwiches??".

Mit der neuen Uhuru kommt dazu noch ein echter Hingucker dazu.

Wer den Film nicht wegen Star Trek gucken will, DER TUT ES GEFÄLLIGST WEGEN DER NEUEN UHURA :D


Karl Urban passt optisch auch tip top zum "the real McCoy". Jedoch nicht nur Äusserlich sondern auch vom Schauspielerischen Aspekt her, bringt er einen echten McCoy mit.
Inklussive Beleidungen mit "grün blütiger..." sind immernoch mit von der Partie.

Was man sich ja von Star Trek nicht so gewohnt ist, ist viel Humor.
Zwar bringen die Verhältnisse von McCoy und Spock in den alten Streifen einige Lacher mitsich, eben so Data, der immer wieder mal tolpatschig versucht Mensch zu sein.

Hier kommen viele Spässchen dazu, die zwar zum Lachen sind, aber dem Film nicht schaden.

So zum Beispiel Sulu, der sich als Pilot bezeichnet, aber dann quasi versucht mit angezogener Handbremse die Enterprise zu starten.
Chekov, der mit seinem Akzent die Befehlscodes nicht ordentlich sagen kann und und und.

Mein Fazit:

Film sehr gut und wird trotz anfänglicher Skepsis weiter empfohlen.
Im Kino, nicht auf die DVD warten - und auf English schauen.

Deutsche Synchro ist echt gruuuselig.
Wenn Spock eine Softiestimme von Smallville Clark Kent hat, passt das einfach nicht.

von Mir Note 5.75 (0.25 Abzug, da keine Star Trek Musik zum Paramount Logo kommt ;) )

Star Trek Freak hat gesagt…

Ich war drin und kann nur sagen: Was für ein Schrott ! Star Wars meets Starship Troopers, nichts außer ein paar Namen, was an "The Cage" erinnert. Da kann man nur sagen: "Abrams, wegtreten !"

DomPatHug hat gesagt…

@Star Trek Freak: Wäre dieser Film ein TV-Film oder eine neuauflage der Classic Serie, könnte ich dir ja sogar noch recht geben. Jedoch muss hier der Mainstream zufrieden gestellt werden. Hängst du wirklich so an einer Rolle wie die der "Nummer Eins", um diesen Film nicht akzeptieren zu können? "The Cage" war zudem nur ein Pilotfilm, der ja sogar abgelehnt wurde. Da muss doch ein Star Trek XI wirklich nicht darauf basieren, oder?

Der Vergleich mit Starship Troopers ist nicht unpassend. Nur, was man von diesem Film wiederrum hält, ist halt unterschiedlich.

turon47 hat gesagt…

Einmal Senf, bitte!

Ich gebe es zu:

Ich bin eine von den Miesmuscheln, die den Film weniger toll fanden. Neben der extrem dünnen Story, den häufigen Unstimmigkeiten, den zu vielen Anachronismen, die zuweilen schwachen Kulissen (der Maschinenraum sah manchmal aus wie die Chemiefabrik, an der ich mal gearbeitet habe) und dem meiner Meinung nach eher mäßigen Soundtrack hat mich eines wirklich gewurmt:

Stat Trek wurde von Abrams NICHT neu belebt, sondern nur auf einer neuen Schiene eingesetzt. Die Handlung in ein konsequenzloses Paralleluniversum zu versetzen ist weder neu noch sonderlich originell.
Ich finde, dass er so chronologisch nachfolgende Serien in eine unverdiente Hintergrundposition drängt, abwertet und aus dem Fokus potentiell neuer Fans nimmt.
Der Kanon Star Treks mag mit den Jahren bedrohlich angewachsen sein, aber er macht die Franchise aus. Ihm so aus dem Weg zu gehen, ist irgendwie als handelt Abrams wie Kirk: Er stellt sich der eigentlichen Herausforderung nicht.

Aus reiner Euphorie habe ich mir bereits Wochen zuvor keine spoilerbelasteten Artikel mehr durchgelesen, keine Trailer mehr angesehen und meinen Geist hoffnungsvoll für einen Film freigehalten, den ich wirklich sehnsüchtig erwartet hatte. Als ich ihn am 6. Mai in einer Vorpremiere sah (ha!ha!), war ich schockiert und danach ziemlich verstört...


Doch ich will nicht nur meckern. Als ich dem Film eine zweite Chance gab, und ich ihn mir ein weiteres Mal ansah, wurden mir auch wieder die positiven Aspekte bewußt:
Der Film, definitiv ein Star-Trek-Film, ist großartig besetzt (Karl Urban als McCoy und Bruce Greenwood als Pike sollten besonders hervorgehoben werden) und hat durchaus einen ansprechenden Humor. Die Action war nett, die nervösen Cuts passend und die Schiffsdesigns klasse. Vor allem habe ich sie auch wahrgenommen: Die neuen Fans, die sich den Film begeistert ansahen. Sie waren nicht so zahlreich wie erwartet, abba hier und da lugten sie scheu und mit glänzenden Augen zwischen den kopfschüttelnden Alttrekkies heraus...

Doch alles in allem war der Film falsch etikettiert, und darin liegt mein großer Vorwurf. Er war nett, abba bei weitem nicht das anspruchsvolle Kino, dass die alten Filme sonst boten.
Alles in allem würde ich ihm eine "4" (nach Schweizer Schulsystem, im deutschen wäre es eine "3") verpassen. Nicht weniger, abba definitv auch nicht mehr.

Noch ein paar Anmerkungen zum Text selbst:
Das mit den Uniformierten Trekkies sehe ich ähnlich, Ich bin ein großer Fan, abba wenn ich nochmal einen fetten. vierzigjährigen Mann in hautengem TNG-Dress sehe (so geschehen bei der Vorpremiere in Berlin), dann weine ich! Das hat nichts mit Fandom zu tun; das ist einfach mal nur peinlich...

Tatsächlich empfand ich die letzte Szene (die Beförderungsszene) als eklig und auch unlogisch. Vielleicht bin ich da ein Nerd, abba das ging mir persönlich tatsächlich zu schnell. Ein Lieutenant, der das Flaggschiff der Sternenflotte befehligen darf - na ja. Riker war wohl zu blöd, Sisko wohl zu schwarz und wenn man ein Kommando bekommt, sobald man mal die Erde rettet, müsste eigentlich schon so ziemlich jeder Hauptcharakter Captain sein...

Was solls, es ist halt ein ungerader Film und bei aller Meckerei gehört er dazu und ich freue mich auch schon, dass in Bälde ein neuer Film gedreht werden wird...