Sonntag, 1. Februar 2009

THE ONION MOVIE


Wenn ein Film vom Studio fünf Jahre im Safe gehalten wird, dann scheint der Oscar-Faktor schon mal nicht so hoch zu sein.

Inhalt:

Das TV-Nachrichtenmagazin "Onion News" mit Frontmann Norm Archer (Len Cariou) berichtet über das Weltgeschehen. Man erfährt, wie Terroristen wirklich ausgebildet werden, warum Computer-Milliardär Gil Bates umgebracht werden sollte und dass die Regierung mit Hasch und Pornopostern neue Rekruten ködert. Peinliche Promis und weitere Einzelschicksale werden präsentiert, während hinter den Kulissen der Krieg tobt. Norm Archer ist genervt von den Werbespots, die zwischen den Nachrichten eingeblendet werden. Denn, die Prämiere von Steven Seagal's neuestem Werk "Cockpuncher" scheint wichtiger zu sein, als ein Konflikt im Nahen Osten.

Unter dem Titel "News Movie" auf dem hiesigen Markt veröffentlicht, erwartete ich nichts, absolut nichts von diesem Werk. Der Titel ist irreführend, denkt man sofort an einen weiteren "Movie-Movie", wie der Fantastic Movie, Epic Movie, Silly Movie und wie die alle noch heissen. Und, bei allem Respekt, alles Grütze hoch zehn.

Beruhigung ist angesagt - "The Onion Movie" ist definitiv höchstens Titelverwandt mit den genannten Filmen aus den Abgrund.

Klar, war für mich Steven Seagal der ausschlaggebenden Punkt diesen Film zu sehen. Jedoch, er macht die Suppe nicht alleine würzig. Klar, seine selbstreflexierende Parodie ist köstlich und ich genoss seine paar Auftritte in vollen Zügen. Jedoch sind es die einzelnen Clips, die den Film ausmachen.

"The Onion Movie" ist aufgebaut wie ein Nachrichtenmagazin. Tagesschau einmal anders. Da sehen wir, wie Britney Spears-Klon Melissa Cherry behauptet, stets ein braves Mädchen zu sein - trotz Songs wie "Take me from behind", "Shoot your love all over me" und "Lollipop Love". Wir sehen ein wunderbares "How to be a Terrorist"-Schulungsvideo, wir sehen den weissen Rapper, der von der Polizei verhaftet wird, weil er der verdächtige "Nigro" ist, der soeben einen Store überfallen hat, wir sehen, wie ein junger Demonstrant mithilfe eines Bongs Frieden im Nahen Osten schafft, wir bekommen die Tretmine "Jumping Johnny" zu sehen, David Hasselhoff wird ebenso durch den Kakao gezogen, wie auch Bill Gates. Und dies nicht einfach mit billigem Fäkalhumor.

Die Story um Anchorman Norm Archer bildet zwar das Rückgrat des Films, jedoch hat Len Cariou, ein sehr seriöser Schauspieler, der den perfekten Gegenpol zum Filmhumor bietet, im Vergleich zwar viele Einspieler. Doch als richtiger Hauptdarsteller nimmt man ihn nicht war. Dies ist auch nicht nötig, denn, hey, wir sehen ja die Nachrichten. :-)

Ebenso funny und überraschend kommen die Sequenzen mit den Filmkritikern, die "The Onion Movie" in regelmässigen Abständen bewerten. Auf die Kritik, dass die schwarze Bevölkerung bislang nur in schlechtem Licht dargestellt wurde, erscheint in den nächsten zehn Minuten auch wirklich ein Vorzeigebürger dunkler Hautfarbe, der sich in die Bibliothek verirrt. Köstliche Szenen.

Fazit: Klar, nicht alle Sequenzen sind der Brüller - aber der grösste Teil ist wahnsinnig lustig. More than just watchable.

Schulnote 5.0

"THE ONION MOVIE" on IMDB.COM
"THE ONION MOVIE"-Trailer on YOUTUBE.COM
"Melissa Cherry - Song Compilation" on YOUTUBE.COM

Kommentare:

Doc Savage hat gesagt…

Kentucky Fried Movie lässt grüßen, oder?!

Wo hast du die Scheibe herbekommen???

DomPatHug hat gesagt…

Habe den Kentucky Fried Movie noch nicht gesehen. Aber laut anderer Kritiken kommt er diesem ziemlich nahe.

Die Scheibe ist unter dem "deutschen" Titel News Movie im Media Markt zu finden. Jedenfalls in der Schweiz.

Grüsse
Dominik

Doc Savage hat gesagt…

Na dann gibbet den hier wohl auch schon.

Also KFM kann ich mit vorsicht empfehlen. Ist ziemlich trashig und platt das ganze, aber ebenfalls teilweise wirklich köstlich oder herrlich abgedreht.

DomPatHug hat gesagt…

Ist notiert. Funny Trash ist immer gut - gell Uwe B. ;-)

Leftfield hat gesagt…

So schlecht wie sie gemacht werden sind manche Boll-Filme garnicht.

Schwerter des Königs fand ich sehr gut.
Lag natürlich auch an Jason.
Der hatte da sichtbar richtig Spaß beim schauspielern.

Und POSTAL ist auch nicht so schlecht wie er immer gemacht wird.

Dominik Hug hat gesagt…

Postal hab ich gesehen - und da folgt noch ein Review - aber ein positives. Ganz geiler Trash. :-) Hat mir sehr gefallen.