Dienstag, 1. September 2009

MADE MEN


Ein weiteres verstaubtes Tape aus meiner reaktivierten VHS-Box...

Inhalt:
Bill Manucci (James Belushi) lebt in einem kleinen, ruhigen Städtchen. Mit dieser Ruhe ist es vorbei als er Besuch bekommt - unangenehmen Besuch. Vier Männer stürmen in sein Haus und verlangen 12 Millionen Dollar zurück, die Bill seinem Mafiaboss gestohlen hat. Klar, dass Bill das Geld nicht hergeben will, klar auch, dass die Männer nicht einfach wieder abziehen werden und ganz klar ist, dass Bill den nächsten Morgen nicht mehr erleben wird. Es sei denn, er kommt auf eine ganz geniale Idee...

Ich erinnere mich noch gut an den Kauf dieser VHS. In unserem Nachbarort Pratteln (auch liebevoll Prüttülü genannt) gab es vor gut 8 Jahren einen Lagerverkauf einer grösseren Videothekenkette. Mein Gott, was haben wir da zugeschlagen. Filme für 1.- CHF, etc. Darunter war auch dieses Werk, welches in der Hitze des Gefechts (da war echt die Hölle los, glaubts mir) irgendwie den Weg in meinen Einkaufswagen gefunden hat. Speziell die Namen Richard Donner und Joel Silver auf dem Titel, das kleine FSK 18-Symbol auf der Rückseite plus die Anwesenheit der Herren Belushi und Dalton bekräftigen den Kauf dieses 1 Franken-Filmes.

Der Film hält sich zu Beginn gar nicht gross mit einem Intro auf, sondern wirft den Zuschauer gleich mitten ins Geschehen. Schon nach ein paar Filmminuten hat Bill Manucci den Lauf einer Waffe an der Schläfe - eine Situation, die in diesem Film des öfteren vorkommen wird. Wir erfahren, Bill hat den Oberboss der Mafiosi um 12 Millionen erleichtert. Nice move. Herrlich anzusehen, wie Bill daraufhin versucht, sich aus jeder Situation herauszureden, wie er versucht, die Bad Guys gegeneinander aufzuhetzen. Die Story geht mit flotten Zügen voran. Und was für einen Film dieser Grössenordnung ganz toll ist - die Action. In "Made Men" rockts gewaltig. Was hier an Munition verballert wird, was hier alles in die Luft gejagt wird - yeah, well done. Zudem bewegt sich dieses wortwitzige und zynische Abenteuer auf einem erhöhtes Level der Gewalt. Was hier geprügelt, gemordet oder in die Luft gejagt wird (siehe Link am Ende des Reviews) ist ganz beachtlich.

Das Lob gebührt jedoch nicht alleine den Herren Silver und Donner, die hier "nur" als Producer auftreten, sondern Regisseur Louis Morneau, der zwar sonst nichts gemacht hat, was ich kenne, hier jedoch das absolute Maximum aus einem kleinen Budget herausgeholt hat. Hut ab.

James Belushi hat seine grossen Zeiten leider schon Anfang der Neunziger hinter sich gehabt, konnte aber mit "Made Men" nochmals einen ganz beeindruckenden Film in sein Palmares aufnehmen. Belushi spielt auch wirklich gut und es macht spass seinem Schauspiel zuzuschauen. Ex-Bond Timothy Dalton als Sheriff Drier spielt ebenso gut auf, auch wenn sein Part als Nebenrolle anzusehen ist. Der Rest des Casts kann vielleicht nicht mit grossen Namen aufwarten, ist aber gewiss als gut gecastet anzusehen. Ich konnte zumindest keinen Ausfall ausmachen.

Die Story kann man ebenso als fein ansehen. Ohne comichaft oder überrissen zu wirken, schlägt der Film oft neue Wege ein und lässt den Zuschauer mit seinen Vermutungen auch mal gerne ins Leere laufen.

Fazit: Ein abwechslungsreicher kleiner Actionfilm, der mich schon vor acht Jahren begeistert hat - und dies heute Abend nochmals wiederholt hat.

Schulnote 5.25

Kommentare:

Doc Savage hat gesagt…

Ha, verdammt, den hab ich noch gesehen... welch Schande... aber gott sei dank gibts den uncut auf DVD!

Der Regisseur hat übrigens noch ein paar andere interessante Filme gedreht:

"Retroactive" (auch mit Belushi)
(http://trash-academy.blogspot.com/2009/06/retroactive.html)

"Soldier Boyz" (Dudikoff)
(http://trash-academy.blogspot.com/2009/04/soldier-boyz.html)

oder "Bet your life" (mit Billy Zane)

Dominik Hug hat gesagt…

Wird alles notiert :-)

Finde meine VHS-Kiste grad erste Sahne. Hab schon weiteres Zeug am Start. Mal schauen, ob es mir zeitlich reicht, heute Abend noch "Plato's Run" zu schauen und zu reviewen.

"Made Men" würde ich dir wärmstens ans Herz legen.