Montag, 29. Oktober 2007

DELTA FARCE


Ich hatte das Vergnügen, eine neue Armee-Komödie frisch auf US-DVD geniessen zu können. "DELTA FARCE" - deutscher Titel wohl noch unbekannt - eine klare Titel-Anspielung auf den Chuck Norris-Actionklassiker "DELTA FORCE" aus den 80er Jahren.

Inhalt:
Larry, Bill und Everett sind drei Loser und Freunde, die Freundin, Job und sonst einfach den Verstand verloren haben. Und da sie zur US Army-Reserve gehören, halten sie regelmässige Wochenenden mit Saufen und Schiessübungen ab. Kommt ja doch nie einer, der was von denen will. Jedoch werden sie plötzlich von Sgt. Kilgore aufgesucht, der die drei Männer einzieht für eine kleinen harmlosen Ausflug nach Irak. Als jedoch die drei Männer, versehentlich in einem Humvee schlafend, über Mexiko abgesetzt werden, beginnt der ganze Spass. Denn, die mexikanische Wüste kann man doch sehr schnell für den Irak halten.

Hirnlos, jedoch nicht respektlos und auch nicht total niveaulos, kann sich "DELTA FARCE" in meinen Augen doch als gelungene Komödie bezeichnen lassen. Die drei Hauptdarsteller Larry The Cable Guy, Bill Engvall und DJ Qualls ("Road Trip") wirken symphatisch und tragen den Film doch recht gut. Und Keith David als Sgt. Kilgore spielt den üblichen Schreihals-Sergeant, der unserer Truppe das Leben schwer macht, bis er selbst lebendig begraben und beerdigt wird... (köstlich *g*). Und, da wir in einem Film sind, der in Mexiko spielt, darf natürlich ein Schauspieler, der in meinem Blog quasi schon einen festen Wohnsitz hat, überhaupt nicht fehlen: Danny Trejo, der hier in der Rolle des Carlos Santana ("no, not the singer!!" :-)) einen herrlichen Part hat.

Die Story ist witzig und es sind klar einige Elemente aus dem alten Western-Film "The Magnificent Seven" übernommen worden - Mexikanisches Dorf, mexikanischer Gangster terrorisiert die Bevölkerung, Amis helfen dem Dorf, einer verliebt sich in die Dorfschönheit, uvm. Langweilig wirds hier jedenfalls zu keiner Sekunde. Zudem gibt es einfach ein paar köstliche Szenen in dem Film. Wo sonst sieht man einen feuernden Militärhumvee mit Vollgas auf ein paar böse Buben losrassen zu dem Song "East bound and down"? :-)

Sehr überrascht bin ich doch vom allgemeinen IMDB-Rating. Der Film befindet sich auf der Bottom-100-List und steht mit einem Rating von 2.5 (Stand 28.10.07) mehr als nur schlecht da. Hat mein Geschmack so einen Knacks vom Ausgang gestern Abend?

Fazit: Mir hat's jedenfalls gefallen

Schulnote: 4.75



INVINCIBLE




Ein weiterer Sportfilm machte seinen Weg in mein DVD-Regal. "Invincible" - oder zu deutsch "Unbesiegbar".

Inhalt:
Es ist die Geschichte eines begeisterten Fans, der alles aufs Spiel setzt, um sich seinen ultimativen Sporttraum zu erfüllen: Er will bei seinem Lieblingsprofiteam den "Philadelphia Eagles" mitspielen! Als der neue Coach zu einem öffentlichen Probetraining einlädt, um ein neues Talent zu finden, beschließt Vince, ein vom Schicksal gebeutelter Fan, sich zu bewerben. Völlig unerwartet schafft er es ins Team und wird dadurch zum ungewöhnlichsten NFL-Newcomer aller Zeiten.

Die Location Philadephia ist hier die Heimstätte von "Invincible". Philadelphia... da ist doch schon ein anderer grosser Underdog-Film beheimatet, oder besser gesagt 6 andere Underdog-Filme... ROCKY 1 - 6 nämlich. Schön war es, wie auch hier Hauptcharakter Vince Papale durch die Strassen von Philadelphia rannte (Cameo von Stallone wäre hier sehr schön gewesen). Die Häuser, die ganze Umgebung, man hatte als Zuschauer das Gefühl, alles von den Rocky-Filmen her zu kennen. Wohlfühl-Emotion pur.

Die Story ist halt die typische US-Underdog-Story - jedoch diesmal wahr, ist Vince Papale doch wirklich dieses Schicksal widerfahren und wurde mit 30ig Jahren noch Profi-Footballspieler bei den Philadelphia Eagles und spielte 3 erfolgreiche Seasons dort. Schauspielerisch wirkt jedoch Mark Wahlberg nicht wahnsinnig überfordert und Greg Kinnear kann eigentlich so gut wie gar nicht brillieren - jedoch handelt es sich Storymässig um einen richtigen Feelgood-Film, der gut gemacht ist, Emotionen weckt, jedoch stets im Philadelphia-Schatten der Statue von Rocky steht.

Fazit: Ordentlicher Film - darf man schauen.

Schulnote: 4.75



Sonntag, 28. Oktober 2007

ROPE


Mit "Rope" aus dem Jahr 1948 sah ich nun meinen Hitchcock-Movie Nummer zwei. Der Film trägt bei uns den deutschen Titel "Cocktail für eine Leiche".

Inhalt:
Um endlich zu beweisen, dass es den perfekten Mord gibt, beschliessen Brandon (John Dall) und Philip (Farley Granger), ihren Studienfreund David in ihrer Wohnung zu erdrosseln. Die Leiche verstauen sie in einer Büchertruhe und empfangen eine halbe Stunde später seelenruhig die Gäste. Unter ihnen ist auch Professor Cadell (James Stewart), dem im Verlauf der Unterhaltung merkwürdige Dinge auffallen. Zuerst ist es nur ein vager Verdacht ohne Zusammenhänge, aber dann mehren sich für den Professor die Indizien, dass hier etwas nicht mir rechten Dingen zugeht.

Verwöhnt durch die CGI-Filme unserer Zeit, ist ein Film von Alfred Hitchcock ein absolut klassisches und technologisch gesehen überholtes Filmrelikt. Jedoch markierte "Rope" den Anfang der Farbfilme (es war auch Hitchcocks erster Film mit Technicolor). Erstaunt war ich auch hier, wie das eigentlich sehr beschränkte Set es erlaubte, dem Zuschauer eine total faszinierende Story näherzubringen.

Hitchcock-Stammschauspieler James Stewart spielt die Rolle des Prof. Cadell so, wie man es sich von ihm wohl gewohnt ist - souverän. Jedoch steht vorallem die Schauspielleistung von Farley Granger und John Dall im Mittelpunkt, welche die beiden Mörder spielen - der eine unsicher und voller Gewissensbisse, der andere mit zuviel Selbstsicherheit. Die restlichen Darsteller spielen ihre Sache ebenfalls gut und komplettieren so den Cast.

Interessant war es zu erfahren, wie der Film genau gedreht wurde. Der Film soll eigentlich in Echtzeit spielen (gut, ich bezweilfe, dass eine Party nach 60 Minuten schon vorbei sein soll *g*) und die Story soll dem Zuschauer vorgauckeln, dass der Film aus nur einem (!!) Cut bestehen soll - Sprich: der komplette Film am Stück gefilmt wurde, was jedoch so zu dieser Zeit noch nicht möglich war. Eine Filmrolle zu dieser Zeit konnte nur Filmmaterial von 10 Minuten speichern. So konnte man in schöner Regelmässigkeit sehen, wie nach jeweils 10 Minuten die Kamera fahrt nahm auf den schwarzen Anzug eines Darstellers, hier die Rolle gewechselt wurde und die Kamera wieder zurückzoomte. Zudem mussten die Kulissen während des ganzen Drehs im Stillen auseinandergenommen und wieder zusammengebaut werden, da die Technicolor-Kamera extrem viel Platz wegnahm. Farbfilm war damals halt eben noch was neues.

Ich konnte den Film richtig geniessen. Jedoch, dass eine Party nach nur 60ig Minuten schon vorbei sein soll, ist für mich ein richtiges Plothole und muss dem Film einfach einen kleinen Abzug geben. Deshalb:

Schulnote 5.5

"ROPE" on IMDB
"ROPE" on German Wikipedia


Sonntag, 14. Oktober 2007

REAR WINDOW


Wiedermal kam ich in den Genuss eines richtigen Filmklassikers. Diesmal war es der Hitchcock-Film "Rear Window" aus dem Jahr 1954 - oder zu Deutsch "Das Fenster zum Hof", was wohl den meisten Leuten am geläufigsten ist.

Inhalt:
Jeff ist Pressefotograf und durch einen Beinbruch im Rollstuhl zur Untätigkeit verdammt. Sein einziges Vergnügen: Er beobachtet aus seinem Fenster zum Hof die Mieter im naheliegenden Wohnblock und lernt sie so bestens kennen. Seine Freundin Lisa ist davon ebenso wenig begeistert wie seine Masseurin Stella, doch plötzlich erwacht auch ihre Neugier. Viele außerordentliche Unregelmäßigkeiten bei Mr. Thorwald lassen Jeff vermuten, dass mit dessen Frau etwas Schlimmes passiert ist. Er wittert Mord und verlässt von nun an seinen Fensterplatz nicht mehr, damit ihm keine Einzelheit entgeht...

Einfach speziell. Dies hier war mein erster Alfred Hitchcock-Film. Jup, wirklich der erste. Der zweite wird jedoch ganz bald folgen. Die ganze Geschichte, das Setting, die Darsteller - umwerfend. Der ganze Film spielt nur an einem Ort - nämlich dem Fenster von L.B. Jefferies - wunderbar gespielt von James Stewart. Eine der grössten Kulissen dieser Zeit wurde für "Rear Window" gebaut, mussten doch Bühnen für mehrere Wohnungen her. Interessant war es, wie Jeff sich für die verschiedensten Nachbarn interessierte - wie er Ihnen ja sogar eigene Spitznamen gab, ohne diese überhaupt zu kennen - obwohl, kennen tut er sie mittlerweile ja, hängt er doch schon 6 Wochen ununterbrochen am Fenster rum.

Der Film ist ein Muss für den Liebhaber alter Filme. Ebenso eine Empfehlung für alle, die mal einen Film sehen wollen, der überhaupt nicht auf Effekten aufbaut, sondern mit einer richtig intelligenten Handlung und einigen hervorragenden Schauspielern. Kein Wunder, steht "Rear Window" auf Platz 14 der IMDB-Top 250.

Schulnote: 6.0



SICKO


Michael Moore is back!

Nach Amokläufen an Schulen, Downsizing und der US-Präsidentschafts-Mafia wurde Michael Moore auf ein Thema aufmerksam, welches vielleicht weniger reisserisch klingt, jedoch inhaltlich vollkommen überzeugt. Nämlich eine Reportage über die Healthcare-Industrie in den USA. Hier erlebt der Zuschauer eine Moore-typische Reise, viele Leute werden Interviewt, berichten über ihr erlebtes. Jedoch geht Michael Moore diesmal noch eine Stufe weiter und reist ins Ausland - Kanada, Frankreich, England und... KUBA! Und dies auf drei Booten, zusammen mit geschätzt 40ig anderen Amerikanern.

Um Michael Moore wurde ja heftige Kritik laut. Seine Filme seien überkonstruiert, er fälscht Berichte, zeigt falsche Tatsachen, verdreht sowieso alles und ist ja wirklich das Böse in Person. Jedoch zeigt er hier wirklich faktisch belegt, wie unglaublich mies das US-Gesundheitssystem ist, anhand von sehr greifbaren Beispielen. Natürlich sind einige Schmunzler in dem Film enthalten - jedoch berühren einem die Schicksale der Menschen, die Moore während der 113 Filmminuten traf, teilweise unheimlich.

Ich empfehle jedem, der sich etwas für das Geschehen ausserhalb seines Reviers interessiert, sich "Sicko" anzuschauen. Der Film ist jeden Rappen/Cent wert. Michael Moore hat in der Zwischenzeit schon seine nächste Werke angekündigt - Captain Mike Across America & Fahrenheit 9/11 1/2. Wir sind gespannt.

Schulnote: 6.0





THE MARINE


Ein weiterer Film mit einem Wrestler in der Hauptrolle ist auf DVD erschienen. Mal schauen, ob John Cena bei seinem Hauptrollen-Debüt seine Sache genau so gut macht wie "The Rock" damals mit "Waking Tall". Und da richtig harte und gute Actionfilme momentan eine absolute Rarität sind, war die Vorfreude meinerseits sehr gross.

Inhalt:
Der Marine John Triton wird unehrenhaft aus dem Militärdienst im Irak entlassen, weil er, um Kameraden zu retten, einen Befehl missachtete. Bald schlägt das Schicksal erneut zu. Während eines Tankstopps wird seine Frau vom flüchtigen Gangsterboss Rome und seiner skrupellosen Gang entführt. Leider haben sie sich die falsche Geisel ausgesucht, denn John nimmt die Verfolgung auf und erweist sich als unberechenbare und gnadenlose Kampfmaschine im Kampf um das Leben seiner Frau.

Beim Lesen des Inhalts kam mir sofort "Commando" in den Sinn. Ein herrlich blutiger Actionfilm mit aus den 80ern. Nur gehts hier nicht um Arnold Schwarzenegger, der seine Tochter aus den Klauen einer Armee retten muss, sondern um einen Ex-Marine, der lediglich seine Frau einer Hand voll Terroristen entreissen muss.

Storymässig alles schon lange dagewesen. Marine wird gefeuert, neuer Job, blöd, tolle Frau, Entführung, böse Buben, Haue... "The Marine" hatte zuerst mal einiges Positives. Es wurde nicht langweilig. John Cena machte seine Sache ordentlich, blieb jedoch im Vergleich zu Robert Patrick, der hier den Oberbösewicht Rome spielte, weit weit zurück. Robert Patrick, noch bekannt als T-1000 in Terminator 2, spielt den Fiesling wunderbar boshaft. Und als Anhang des Marines fungiert hier Kelly Carlson, dem TV-Serien Gucker bestens bekannt aus "Nip/Tuck". Der Rest des Casts ist beinahe nicht erwähnenswert - spielen alle solala, fällt keiner auf oder ab. John Cena hat vielleicht das Zeug, mal einen richtig guten Actiondarsteller zu werden - ja, vielleicht sogar in einem der angekündigten Terminator-Filme. Das Profil und die Statur dafür hätte er auf jeden Fall. Viel Glück John C.

Die Action, jaaaa, das Essenzielle des Films. Es kracht zwar an allen Ecken und Enden - aber mit einer recht enttäuschenden Harmlosigkeit. Da hatte Arnold S. in guten alten Tagen anders zugelangen. Interessant war auch, dass der Hauptdarsteller John Cena mit ziemlicher Sicherheit nicht die meiste Screentime hatte. Eigentlich war das mehr ein Robert Patrick-Film. Cena's Fights sind auch ziemlich rar gesät. Zu Beginn ein kleiner Irak-Einsatz, dann noch ein paar böse Jungs durch die Scheibe schmeissen, dann noch gegen Ende die bösen Kalt machen. Eigentlich recht enttäuschend. Auch die Explosionen haben mich nicht vom Hocker gerissen - die waren einfach zu schlecht gemacht. Die Verfolgungsjagd mit dem Polizei-Camaro war aber ein kleiner Pluspunkt.

Ein extrem nervender und negativer Punkt ist jedoch, dass dieser Film total als "Pushen wir unsere Jungs im Irak"-Movie produziert wurde. Dass natürlich die bösen Irakis gezeigt werden, ist ja klar. Und die heldenhaften Marines - oh, würde es sie nicht gäben, was für ein Elend würde über unseren Planeten herfallen. Die Premiere des Films wurde ja auch auf einem US-Army-Stützpunkt gefeiert.

Fazit: Es krachte und wummte und es wurde nicht langweilig. Jedoch liess dieser Film zuvieles vermissen. Und der triefende US-Patriotismus nervte mich die ganze Filmdauer über. Nach "See no Evil" nun in kurzer Zeit ein weiterer WWE-Film - da lässt sich nur hoffen, dass auch WWE aus seinen Fehlern lernt.

Schulnote 3.75