Samstag, 17. Mai 2014
BATTLE OF THE DAMNED
Zombiestreifen. Hat man einen gesehen, hat man irgendwie alle gesehen. Nun, ausgenommen vielleicht „Zombieland“ und „Stripperland“. Der hier vorliegende „Battle of the Damned“ zeigt dem Zuschauer im Grunde nichts Neues.
Inhalt:
Die Menschen einer Grossstadt wurden durch einen ausgebrochenen Virus in Zombies verwandelt. Die Stadt steht unter Quarantäne. Max Gattling (Dolph Lundgren) bekommt von einem reichen Geschäftsmann den Auftrag seine Tochter aus der Zombiestadt zu befreien. Zusammen mit seinem Team macht sich Gattling ans Werk.
Lundgren goes Zombiefilm? Gab es noch nie. Wird’s wohl auch nie mehr geben. Gut, Seagal bot dem einschlägigen Publikum mit „Against the Dark“ schon was ähnliches, jedoch auf tiefem Niveau mit ganz viel Osteuropamief.
Nicht, dass wir hier einen unglaublich grossartigen Film vorliegen haben. Herrgott, es steht noch immer Lundgren auf dem Cover. Jedoch behaupte ich einen der wohl unterhaltsamsten Filme des wandelnden Ikea-Schrankes Modell Dolph entdeckt zu haben.
Der Film gehört fraglos in die B-Schublade. Jedoch die Umsetzung zeigt klare Unterschiede zu übelst billigen Werken wie z.B. der bereits genannte „Against the Dark“ auf. Gedreht wurde „Battle of the Damned“ in Malaysia, was dem Film alleine wegen der Optik schon einen gänzlich interessanteren Touch verleiht als die üblichen Ostblock-Sets einiger bisheriger Seagal-Lundgren-Vehikel. Die Kameramänner waren zudem gut bei der Sache, denn langweilige Shots gab es so gut wie nie. Die Kamera bewegt sich hervorragend durch die Szenerie und hilft dem Film stets einen gewissen Flow zu halten. Und Regisseur Christopher Hatton schien sein Team stets in die richtige Richtung zu peitschen, denn die Story ging straight geradeaus und verzichtete auf sinnlose Nebenhandlungen.
Und dann wäre da noch der 56jährige Schwede Lundgren. Wie ein um sich ballernder blonder Fels in der Brandung kämpft sich der alternde Darsteller durch diese Actiongeschichte mit Horrorbeilage. Er wirkte gut aufgelegt, der Lundgren, dessen Defizite bei Laufszenen zwar offensichtlich sind, ist der absolut richtige Actionstar am richtigen Ort und „Battle of the Damned“ stellt fraglos ein Highlight seiner Filmographie dar.
Der Rest der Darsteller ist grösstenteils unbekannt. Die junge Darstellerin Melanie Zanetti wirkt als könne sie mehr als nur Zombies killen. Der Rest der Truppe sticht nicht gross heraus, fällt jedoch auch nicht ab.
Habe ich schon erwähnt, dass auch Killerroboter in dem Film vorkommen? Nicht? Oh, also jedenfalls, es kommen Killerroboter vor. Einfach, dass ihr Bescheid wisst. Zombies plus Killerroboter in einem Film. Das muss man sich schon auf der Zunge zergehen lassen.
Fazit: „Battle of the Damned“ ist Entertainment auf lautem Niveau. Der Streifen macht Spass und ist eine kleine Actionperle. Enjoy!
Schulnote 4.75
Mittwoch, 23. April 2014
TRANSCENDENCE
Das Internet, mein Feind? “Transcendence” zeigt uns eine düstere Version einer nicht all zu fernen Zukunft.
Inhalt: Dr. Will Caster (Johnny Depp) forscht unermüdlich an der Entwicklung einer künstlichen Intelligenz. Als er Opfer eines Attentates wird, lässt er sein Gehirn auf einen Computer übertragen. Doch, ist der neue Caster wirklich immer noch er selbst?
Seit “Terminator” holt Hollywood immer mal wieder den “Computer übernehmen die Weltherrschaft”-Hammer hervor. Nun nahm sich auch Christopher Nolan als Produzent diesem Thema an und verpflichtete mit Johnny Depp gleich die oberste Hollywoodliga für die Hauptrolle. Nicht nur wegen Depp kann man den Cast als absolut gelungen bezeichnen. Denn mit Paul Bettany, Rebecca Hall, Cilian Murphy, Morgan Freeman, Cole Hauser, Kate Mara und Clifton Collins jr. wird ein Schauspielbombardement sondergleichen aufgefahren. Regisseur des Werkes ist übrigens Wally Pfister, ein erfahrener Kameramann, der hier sein Regiedebüt feiert.
Und der Film wirft zugleich interessante Fragen auf. Wird sich der Mensch durch seine (zu) schnelle technische Entwicklung dereinst selber vernichten? Werden die Maschinen dereinst die Schnauze voll von dem herumwandernden Biomüll namens Mensch haben? Werden Roboter dereinst empindungsfähige Lebewesen? Wird mein iPhone mich dereinst abmurksen?
Der Film lässt den Zuschauer nicht wirklich nahe an die Hauptfiguren kommen. Aber das macht insofern nichts, dass die Handlung einfach interessant und stellenweise sehr real voranschreitet. Spannung liegt stets in der Luft. “Transcendence” wird wohl nicht der grosse Kinoblockbuster werden, dafür ist der Film zu wenig im Mainstream angesiedelt. Aber der Streifen ist es definitiv wert gesehen zu werden. Ein Film zum später drüber reden.
Schulnote 5.25
Donnerstag, 3. April 2014
WELCOME TO THE JUNGLE
Wenn ein überdrehter und grossschnäuziger Jean-Claude van Damme noch in der Filmvorschau von einem Tiger angefallen wird und als Hauptdarsteller Adam Brody (Seth Cohen in “O.C. California”) zur Verfügung steht, darf man sich schon Hoffnungen auf unterhaltsame neunzig Filmminuten machen.
Inhalt:
Eine Gruppe von Büroangestellten findet sich gestrandet auf einer verlassenen Insel wieder. Der Pilot verstarb an Herzversagen, der Survival-Experte wurde von einem Tiger angefallen und nun versuchen die Kaufleute irgendwie von der Insel runterzukommen. Doch unter den Überlebenden bilden sich zwei gegeneinander arbeitende Gruppen.
Dass der Verleiher Ascot Elite dem Streifen den deutschen Titel “Dschungelcamp” verpasst hatte, war wohl ein perfider Plan um auch die hinterletzten RTL-Zuschauer dazu zu bringen, ihr Geld für diesen Film auszugeben.
Jean-Claude van Damme hatte in den letzten Jahren für einige positive Überraschungen gesorgt. “JCVD”, “Until Death”, “In Hell” oder auch sein Auftritt in “Expendables 2″ darf man gerne fett mit dem Leuchtstift markieren. Und es liegt definitiv nicht an van Damme, dass “Welcome to the Jungle” so ein schwacher Scheiss geworden ist. Nein, der belgische Vater des Spagats ist das einsame Highlight dieses ziemlich schrägen und hoffentlich bald vergessenen Werks.
Der Rest ist einfach nur peinlicher Bullshit. Spart euch euer Geld.
Schulnote 2.0
Montag, 24. Februar 2014
BIG ASS SPIDER!
Ehrlich, ich leider an einer Arachnophobie. Ich hasse Spinnen über alles. Erst kürzlich schlief so ein Drechksvieh in einem meiner Turnschuhe und als ich früh morgens diesen anziehen wollte… Ihr könnts euch denken. Spinnen, für mich ein absolut unnötiges Tier, welches mein Leben auf diesem Planeten zu einem Horrorfilm verkommen lassen will.
Und dann entdeckte ich “Big Ass Spider!”. Der Titel lässt auf ein Vehikel der Trash-Bude “The Asylum” vermuten. Jedoch, “Big Ass Spider!” ist zumindest eine leicht hochwertigere Produktion.
Inhalt: Eine versehentlich durchs Militär gezüchtete Monsterspinne tobt durch Los Angeles…
Mehr muss zum Inhalt auch nicht gesagt werden, denn der Filmtitel erwähnt es bereits, wir dürfen einer verdammt grossen Scheissspinne 80 Minuten lang beim Wachsen, Rennen, Fressen und Angst machen zuschauen. Trash pur.
Jedoch hat der Film als Hauptdarsteller Greg Grunberg aufzuweisen. Grunberg, bereits durch Heroes weltbekannt, ist ein Sympathiebär sondergleichen und schafft es, den Film grösstenteils alleine auf seinen Schultern zu tragen. Seine Figur Alex ist der typische 08/15-Alltagsheld. Kein McClane, kein Muskelprotz, ein Jedermann. Um die Situation weiter aufzulockern, wurde Alex ein mexikanischer Buddy zur Seite geschrieben – Jose, Sicherheitswärter eines Spitals. Hollywood-Veteran Ray Wise gibt sich hier ebenfalls die Ehre und spielt den typischen Army-Major, wahr aber wohl auch nur wegen des Gehaltschecks mit an Bord. Und ein kleines Cameo darf man auch bewundern, denn Troma-Gründer Lloyd Kaufmann gibt sich ebenfalls noch die Ehre und lässt sich von der Spinne verspachteln.
“Big Ass Spider!” ist lustiges Zerozero-Brain-Kino, weder ein ernster Horrorsteifen, noch ein richtiges Splatterfest oder stichfeste Komödie. CGI-Liebhaber werden vielleicht enttäuscht sein, denn die Spinne sieht zwar noch nicht so übel wie in einer etwaigen Asylum-Produktion aus, aber ist definitiv die Aldi-Version eines guten Computereffekts.
Fazit: Euch ist langweilig und ihr wollt einen richtig doofen aber unterhaltsamen Streifen sehen? Dann wisst ihr jetzt Bescheid, “Big Ass Spider!” ist sehenswerter Scheiss. Auch für Leute mit Phobien geeignet.
Schulnote 4.5
Dienstag, 18. Februar 2014
DAMAGE
Filme mit Steve Austin sind in der Regel keine hochqualitativen Meilensteine des Actionkinos, können aber meistens ein hochwertigeres Produktionlevel aufweisen – und sind einfach unterhaltsam.
Inhalt: John Brickner (Steve Austin) sass wegen Todschlag vier Jahre im Gefängnis. Wegen guter Führung kommt er unter Bewährungsauflagen wieder in die Freiheit, akzeptiert einen unterbezahlten Job auf dem Bau und will nur ein anständiges Leben führen. Da tritt die Witwe des Opfers, welches Brickner vor Jahren getötet hat, an ihn heran und drängt ihn 250’000 Dollar für die Herzoperation ihrer Tochter aufzutreiben. Durch den zwielichtigen Reno Paulsaint (Walton Goggins) gerät Brickner in die Underground-Fightszene…
Interessanterweise geht „Damage“ ein wenig tiefer als die meisten Genrevertreter dieser Art. Nicht, dass uns hier ein klassisches Drama vorliegt. Nein, dies ist noch immer ein einfacher und klassischer Prügelfilm. Jedoch versucht das Drehbuch den Charakteren eine gewisse Tiefe zu verleihen, was ziemlich gut gelingt. Brickners Motiv, die Rettung des kleinen Mädchens durch Ermöglichung eine Herz-OP ist eine Abkehr von der üblichen Rachestory und gibt dem Film noch eine zusätzliche Dramatik, obwohl man sich das Ende denken kann.
Steve Austin beweist auch in diesem Streifen, dass seine natürliche Ausstrahlung ihn zum perfekten Actionhelden macht. Glaubhaft in Kampfszenen, aber ebenso in Dialogen. Ein Schauspieler, der wohl nur sich selbst spielen kann. Aber dies reicht aus um einige seiner Genre-Kollegen an die Wand zu spielen. Ganz interessant, dass Walton Goggins für eine weitere grössere Rolle hat verpflichtet werden können. Goggins, bekannt aus „The Shield“ und „Django Unchained“ hatte zwar schon bemerkenswertere Auftritte, aber seine Anwesenheit tut dem Film gut. Der Rest des Casts passte, aber grössere Namen waren keine mehr dabei.
Regisseur Jeff King, der ausser einiger weniger B-Streifen ausschliesslich für TV-Serien gearbeitet hat, verlieh dem Film ein abwechslungsreiches Setting. Kein Fight gleicht dem anderen, vom Käfig bis zum Industriehafen, überall wurde gekloppt. Zudem wurden die Battles sehr simpel gefilmt. Also kein Schnittgewusel, kein CGI-Quatsch, alte handgemachte Faustaction. Well done Mr. King.
Fazit. „Damage“ ist ein netter Fightfilm für Zwischendurch. Kein grosser Wurf, keine Perle, aber man kann seine Zeit für weit grösseren Quatsch wegwerfen.
Dienstag, 4. Februar 2014
ROAD HOUSE
“Road House” gehört zu den Klassikern des Actionkinos und hat mit Patrick Swayze sogar einen Topstar in der Hauptrolle vorzuweisen. Der perfekte Paarfilm, die Action für den Mann, den Swayze für die Frau?
Inhalt: James Dalton (Patrick Swayze) ist ein philosophierender Türsteher, spezialisiert auf harte Aufgaben. Eines Nachts erhält er den Auftrag als Geschäftsführer in einem heruntergewirtschafteten Club im Kaff Jasper für Ordnung zu sorgen. Dalton akzeptiert und muss erkennen, dass Jasper unter der Fuchtel eines reichen Moguls namens Brad Wesley (Ben Gazzara) steht. Da Dalton und sein Auftraggeber sich weigern Schutzgeld an Wesley zu bezahlen, beginnt ein unerbittlicher Krieg zwischen diesen beiden Parteien…
Ein Held kommt aufs Land und räumt auf. Gab es schon oft zu sehen und macht auch oft Spass. Doch „Road House“ empfand ich als zähes und gut abgehangenes Stück Actionfleisch.
Als gelungen darf man sicherlich Patrick Swayze als Dalton ansehen. Swayze, dem ich „Dirty Dancing“ nie und nimmer verzeihen kann, zeigte auch in „Road House“, dass er einer der Topstars dieser Zeit wahr. Charisma, Präsenz, Haare, Muskeln, Swayze hatte alles. Gerne würde ich jetzt auch von grossen und bekannten Nebendarstellern schreiben, aber ausser Kelly Lynch (“Cocktail”), hier als Love Interest für Dalton engagiert, waren die restlichen Darsteller mir nicht wirklich bekannt. Gar nicht gefallen hat mir Ben Gazzara, der eigentlich den grossen bösen Bad Guy darstellen soll, jedoch einfach nur wirkt wie ein schmieriger Versicherungsvertreter auf Koks.
Der Film holte wiederrum Punkte in Sachen Atmosphäre. Der rockige Soundtrack beinhaltet diverse Songs der Jeff Healey Band (Jeff Healey hatte zudem eine Nebenrolle inne), von Otis Redding, Bob Seeger und auch von Patrick Swayze selbst.
Abzüge bekommt der Film in Sachen Action. Ein Film, der eigentlich nur von seinen Schlägereien lebt, sollte dementsprechend gut choreografierte Prügelszenen aufweisen. Jedoch wirken genau diese sehr schwach umgesetzt. Swayze selbst nahm ich den bösen Fighter auch nicht wirklich ab. In den Kampfszenen wirkte er zu verkrampft und zu ungelenk. Sehr schade.
Fazit: „Road House“ kann man mögen oder nicht. Ich bin irgendwie enttäuscht, aber kann trotzdem nicht versprechen, dass der Film nicht dereinst doch wieder in meinem Player landen wird.
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