Als ich den Trailer sah traute ich meinen Augen kaum. Ist das echt die Westernrückkehr meines Kindheitshelden?
Inhalt: Nachdem Banditen seine Pokergewinne gestohlen haben, macht sich Doc West (Terence Hill) auf die Jagd nach den Räubern. Sein Weg führt ihn in ein kleines Nest in welchem West nach einem Pokerspiel sofort verhaftet wird. Zudem zeichnet sich Streit in der Bevölkerung ab - und West muss sich für eine Seite entscheiden...
Als erstes, es ist toll, Mario "Terence Hill" Girotti wieder in einem Western zu sehen. Hill, inzwischen 72 Jahre alt, hat sich gut gehalten und hat noch immer die Ausstrahlung eines Jünglings, einfach mit ein wenig mehr Falten im Gesicht. Klar, die grossen Bewegungen von früher kann man nicht mehr erwarten. Trotzdem wirkt er noch präsent wie eh und je und man fühlt sich stellenweise zurückversetzt in seine alten Streifen.
Neben Hill agiert ein Cast, der mit Paul Sorvino und Ornella Muti immerhin zwei bekannte Namen aufweist. Einige hölzerne Darsteller gibts ebenso, aber die gabs auch schon in den alten Hill-Filmen. Also, kein Fingerklopfen in diesem Punkt. Die Regie teilte sich Terence Hill mit dem italienischen Regisseur Giulio Base. Und der Film wurde doch sehr stimmig in Szene gesetzt. Vorallem die Aussenaufnahmen können sich echt sehen lassen, und ausser einer etwas schlecht animierten CGI-Schlange lässt sich "Doc West" optisch gut sehen lassen. Für einen TV-Film sehr gute Arbeit. Gedreht wurde übrigens in den USA, nicht wie in den alten Spaghettiwestern in Italien.
Leider ist die Story etwas sehr weichgespült. Hill ist nicht mehr jung, klar muss da die Story etwas angepasst werden. Aber die Story wirkt zu konstruiert und der total klare rote Faden wie bei den Ur-Hills ist nicht mehr wirklich vorhanden.
Fazit: Nostalgie Pur. Terence Hill is back - und Doc West wird zurückkehren, wurde ein weiterer Film bereits abgedreht und ist ein dritter bereits angekündigt worden. "Doc West" ist für Fans von Terence Hill ein klares Muss. Kein grosser Wurf, aber ganz nett anzuschauen.
Als Al Bundy vor 17 Jahren verzweifelt versucht hat, rechtzeitig vom Supermarkt wieder nach Hause zu kommen um einen Western mit John Wayne zu sehen, vermutete ich einen Riesenfilm...
Inhalt: Hondo Lane (John Wayne) ist ein Kurierreiter der Kavallerie, der plötzlich verantwortlich für den Schutz der eigenwilligen Angie Lowe (Geraldine Page) ist und zur Vaterfigur für deren Sohn Johnny (Lee Aaker) wird. Angie, fest entschlossen, die Rückkehr ihres brutalen Ehemannes abzuwarten, lehnt es trotz der drohenden Gefahr durch kriegerische Indianerstämme ab, ihre Ranch zu verlassen. Doch fühlt sie sich mehr und mehr zu diesem Fremden hingezogen - zu Hondo, einem Mann, der durch seine Erfahrungen härter wurde, aber immer noch empfänglich ist für Sympathie, Güte und Liebe.
"Hondo" aus dem Jahre 1953 wurde ursprünglich als 3D-Film gedreht, was man schon bei den Titelcredits merkt. Diverse Szenen spielen ebenso mit den 3D-Effekten, wird doch des öfteren in den Bildschirm geschossen oder fliegen Gegenstände direkt in Richtung Zuschauer. Dies geschieht jedoch sehr diskret. Die Handlung steht hier noch im Vordergrund, was leider bei vielen 3D-Filmen der Neuzeit ja nicht mehr der Fall ist.
John Wayne spielt den kernigen Westernmann mit derselben Ruhe und Gelassenheit wie Seagal seine Prügelcharaktere. Einen grossen Unterschied zu seinen Figuren in "Alamo" oder "Rio Bravo" konnte ich jetzt nicht erkennen, so ähnlich sind sich Waynes Figuren in meinen Augen. Wayne gilt als Vorzeigewesternheld, hart, aber immer auf der richtigen Seite. Geraldine Page spielte hier den Typus Frau, den es im heutigen Film eigentlich nicht mehr gibt. Die sogenannt hilflose Dame, welche ohne Mann an ihrer Seite nicht überleben kann, ist in der heutigen Zeit überholt. Doch ist Page eine überzeugende Leistung gelungen und ihrem Filmsohn Lee Aaker kann man dasselbe bescheinigen, spielt er den jungen Johnny nicht nervig und kann sogar einige Szenen für sich beanspruchen (herrlich, wie er mit dem Colt auf den Indianer schiesst und vom Rückstoss zu Boden fällt). In einer eher kleinen Nebenrolle ist übrigens James Arness zu sehen - der Hauptdarsteller von Gunsmoke (er spielte seinen Charakter Matt Dillon über Jahrzehnte hinweg).
Überrascht hat mich die fast fortschrittliche Darstellung des Indianerstammes, der hier nicht einfach als mordende Meute mit Federn auf dem Kopf dargestellt wird. Negativ überrascht hat mich jedoch die Einfachheit der Gesamtstory. Schauspielerisch zwar solide, aber ein Meisterwerk des Westerns sehe ich in "Hondo" leider nicht.
Fazit: Solider und ein mit 81 Minuten Laufzeit relativ kurzer Western, der nicht langweilt, jedoch sehr unspektakulär vor sich hin plätschert. Kann man gerne mal sehen. Aber warum Al damals im Supermarkt fast am Durchdrehen war ob der Angst dieses Werk im TV zu verpassen weiss ich auch nicht *g*.
Die Comicverfilmung "Jonah Hex" war der Sommerflop in den US-Kinos 2010. Ist der Streifen denn wirklich so schlecht?
Inhalt: Jonah Hex's (Josh Brolin) Familie wird brutal von dem Terroristen Quentin Turnbull (John Malkovich) getötet, Jonah selbst schwer entstellt. Im Glauben, dass Turnbull gestorben ist, zieht Hex als Kopfgeldjäger durchs Land. Doch Turnbull ist noch am Leben...
Als der Film begann konnte ich die schlechten Kritiken kaum begreifen. Das Intro machte Stimmung, der Background Hex's versprach einen guten Rachefeldzug - so eine Ausgangslage kann man fast nicht mehr verbauen, oder?
Oh doch, und wie. "Jonah Hex" ist ein wildes Durcheinander. Da kommst du als Zuschauer nicht mehr mit. Was passiert da auf dem Screen gerade? Warum? Die Story wurde wohl in der Mitte des Films für unwichtig erklärt und wir folgen einfach Josh Brolin durch die ziemlich genau 70 Spielminuten (ohne Abspann).
Den Schauspielern kann man hier keinen grossen Vorwurf machen, denn die Produktion stand nicht wirklich unter einem guten Stern. Der Regisseur Brian Taylor ("Crank") und Drehbuchautor Mark Neveldine verliessen die Produktion wegen mir nicht bekannten Differenzen mit Warner Bros. und Jimmy Hayward übernahm die Regie. Für Hayward war dies zudem die erste Realverfilmung.
Dem Film kann man nur die ersten paar Filmminuten zu Gute halten. Die zeigten nämlich was alles mit "Jonah Hex" möglich gewesen wäre. Ein "The Crow meets Sergio Leone" im Wilden Westen.
Josh Brolin als Titelfigur Jonah Hex war zudem eine gute Wahl. Er war von allen Darstellern auch am meisten bei der Sache. John Malkovich spielt den Bad Guy auf Autopilot. Megan Fox war als Prostituierte ebenfalls anwesend. Ihre Rolle war jedoch total überflüssig.
Fazit: Manchmal muss man Ärger nicht noch ausführlicher beschreiben. "Jonah Hex" ist ein total überflüssiges und unfertiges Stück Film, welches so nie in die Lichtspielhäuser hätte kommen dürfen. Finger weg!