Weihnachten naht . Für U2 des Öfteren der perfekte Anlass, um eine Best Of-Scheibe herauszubringen, einen Charity-Song oder sonst ein kleines Etwas für die Fans. Heuer ist dies die Dokumentation "From The Sky Down".Nach dem unglaublichen Erfolg von "The Joshua Tree" und der "Rattle & Hum"-Tour Ende der Achtziger Jahre waren U2 ausgebrannt, überfordert und kurz vor dem Ende. Sie verloren ihre Identifikation und ihr Erfolg wuchs ihnen über den Kopf. Die Band war kurz vor ihrer Auflösung. Es brauchte etwas Neues, eine Wende..."From The Sky Down" bringt U2 zurück in die Hansa Studios nach Berlin, in welchem sie 1991 ihr, meines Erachtens, grösstes Album fertigten, "Achtung Baby". Wir sehen Bono, Edge, Larry und Adam, wie sie sich wieder in dem berühmtem Meistersaal befinden, in welchem sie nicht nur zu ihrer neuen richtigen Identität fanden, sondern auch ihren eigene Musik in neue Bahnen lenkten."Achtung Baby" war eine komplette Abkehr vom typischen U2-Sound, der während "Rattle & Hum" doch sehr Amerika-lastig war, hinzu Industrial-Rock, inklusive komplettem Image-Wechsel. Ein grosses Album ist daraus entstanden.Ist "From The Sky Down" auch ein grosser Film? Regisseur Davis Guggenheim hat jedenfalls kein mieses Machwerk zusammengeschustert. Neue Aufnahmen, gemischt mit altem Bildmaterial, neue Versionen von "So Cruel", "Love is Blindness" oder auch "One" werden dem Zuschauer präsentiert und ebenso einen äusserst ehrlichen Blick der Band auf eine Zeit, in welcher für die vier Iren nicht alles so lief, wie es geplant war. So erfährt der Zuschauer einige Wahrheiten über die "Rattle & Hum"-Tour, welche wohl nicht unbedingt jeder Künstler so zugegeben hätte. Äusserst mutig.Mir fehlte jedoch etwas mehr Substanz. Mehr Details über die Lyrics zum Beispiel. Warum wurde "Achtung Baby" so ein schmutziges Album (die sexuellen Anspielungen sind mehr als nur offensichtlich zum Beispiel)? Was war der Gedanke hinter "Ultraviolet"? Hier wären ein paar mehr Details noch ganz nett gewesen.Fazit: Eine gute und unterhaltsame Doku über eine der besten und erfolgreichsten Bands der Welt, welche in mir wieder die Lust auf ein U2-Konzert weckte.Schulnote 5.0"FROM THE SKY DOWN" on IMDB.COM"FROM THE SKY DOWN" on OFDB.DE
1991 nahmen U2 in Berlin eines ihrer grössten Alben auf. "Achtung Baby" feierte dieses Jahr sein zwanzigjähriges Bestehen. Zum Jubiläum produzierten Bono und Co. diese Dokumentation, welche das Toronto International Film Festival 2011 eröffnete. Regie führte Davis Guggenheim, der schon die Musik-Doku "It might get loud" mit The Edge verfilmte. Der Trailer verspricht dem Fan einen interessanten Einblick und zugleich Huldigung eines der wohl besten Alben der Musikgeschichte.
Die DVD "From The Sky Down" ist ab 09. Dezember 2011 erhältlich.
Dank "U2" und dem Clip zu ihrem Song "Stay (Faraway, too close)" stiess ich zum ersten Mal auf Wim Wenders und seine beiden in Berlin gedrehten Filme mit der Engelthematik.Inhalt:Der Engel Cassiel hadert mit seinem Dasein, weil er die Menschen zwar trösten, aber nie ihr Schicksal beeinflussen kann. Als er sieht, wie ein kleines Mädchen vom Hochhaus stürzt, fängt er das Kind auf und wird dadurch selbst zum Menschen. Als Karl Engel wandert er durch die Straßen des wiedervereinigten Berlins, wo er neue und alte Freunde trifft. Bald jedoch bekommt er die Kälte und Lieblosigkeit der Menschen zu spüren...Wim Wenders wurde bislang von mir ignoriert. Warum eigentlich? Denn, "In weiter Ferne, so nah" ist ein wunderbares Werk. Das vorliegende Werk ist die Fortsetzung des Films "Der Himmel über Berlin", welchen ich jedoch ebenfalls noch nicht gesehen habe. Wird jedoch so bald wie möglich nachgeholt.Eine ruhige Regie, ein wunderschöner Score, Musik von U2, Lou Reed, Johnny Cash und Nick Cave und ein Cast, der vielleicht nicht mit Namen der Boulevard-Stars aufwarten kann, jedoch mit ganz feinen Schauspielern, welche alle in ihren Rollen aufblühen.Die Hauptfigur Cassiel wird von Otto Sander gespielt. Sander, mir namentlich stets unbekannt geblieben, trägt die Geschichte dieses Films. Die restlichen Figuren agieren um ihn herum. Schade, hab ich von Sander bisher nicht mehr gesehen. Der Schweizer Bruno Ganz spielt Damiel, der Engel, der im ersten Film bereits zum Menschen geworden ist. Ganz' Rolle fällt hier jedoch nicht so gross aus. Nastassja Kinski, Tochter des grossen Klaus Kinski, ist ebenfalls in der Rolle eine Engels aktiv und wirkt wunderbar unnahbar. Der kürzlich verstorbene Peter Falk ("Columbo") spielt hier sich selbst in einigen sehr symphatischen Szenen, ebenso hat der Musiker Lou Reed ein kleines Cameo. Und auch Hollywoodgrösse Willem Dafoe spielt ebenso in einer Nebenrolle die mysteriöse Figur Emit Flesti (Rückwärts: Time Itself), welche unserem gefallenen Engel Cassiel wohl aufzeigen soll, wie schnell seine sterbliche Lebenszeit vorbei zieht. Ach ja, ebenfalls ein Cameo hat Michail Gorbatschow. Wirklich ein faszinierender Cast.Fazit: Wem schon "Stadt der Engel" (Remake der Wenders-Filme mit Nicolas Cage und Meg Ryan) gefiel, der soll auch mal zu "In weiter Ferne, so nah" greifen. Kein Film für den Mainstream-only-Schauer, aber definitiv für Geniesser.Schulnote 5.5"IN WEITER FERNE, SO NAH" on IMDB.COM"IN WEITER FERNE, SO NAH" on OFDB.DE"IN WEITER FERNE, SO NAH" on MOVIEPILOT.DE