Samstag, 20. Februar 2010

COMMAND PERFORMANCE


Der grosse blonde aus dem Norden präsentiert uns aktuell mal etwas spezielles.

Inhalt:
Der ehemalige Biker Joe verdient seinen Lebensunterhalt als Drummer einer RocknRoll-Band. Nach harten Auftritten in miesen Spelunken bietet sich ihm nun endlich die große Chance. Als Vorband eines amerikanischen Popsternchens tritt er unter anderem vor dem russischen Staatspräsidenten auf. Doch nicht nur Joe möchte die große mediale Aufregung für sich nutzen. Bis an die Zähne bewaffnete Terroristen stürmen das Konzert und nehmen den Präsidenten als Geisel. Während das Sondereinsatzkommando noch immer über die richtige Vorgehensweise debattiert, will sich Joe seinen großen Tag nicht...

"Dying's easy, rock and roll is hard!"

Wenn Dolph Lundgren selbst Hand an seinen Filmen anlegt, geht in der Regel nicht viel schief. "Command Performance" bildet da auch keine Ausnahme und bietet dem Zuschauer ein nettes Die Hard-Rip Off, dass uns nach Hochhaus, Flughafen, Schiff, Flugzeug, Raketensilo, Schulhaus und Eishockey-Stadion mal eine neue Location bietet: ein Rockkonzert.

Gedreht wurde "Command Performance" in Bulgarien und Russland. Glücklicherweise versucht der Film gar nicht, diese beiden Länder im Osten unseres Kontinents als die Vereinigten Staaten zu verkaufen, sondern spielt das Geschehen in Russland selbst. Das Budget des Films ist mir nicht bekannt, aber wird sich zwischen sechs und zehn Millionen US-Dollar bewegen (eher bei sechs, da Lundgren nicht soviel frisst wie Seagal, dessen Budgets stets um die zehn Mio. beträgt). Wie für Lundgrens Produktionen bekannt, sieht man dem Film jedoch das geringe Budget nur bedingt an. Das Geschehen ist jedoch schon von der Story her auf eine bestimmte Location beschränkt. Also keinen Grund für wahnsinnig viele unnötige Aussenaufnahmen.

Lundgren selbst spielt den Drummer Joe - und dies äusserst überzeugend, ist (oder war) der gute Dolph wirklich einst Drummer. Und der Mann mit dem Duke Nukem-Gesicht (er wäre die Idealbesetzung!) sprüht vor Spielfreude, lässt einen One-Liner nach dem anderen auf das Publikum los und scheint gar nicht erst den Versuch zu machen, den Film wahnsinnig ernst verkaufen zu wollen, trotz der gezeigten Gewalt, den teils dunkleren Szenen und auch seiner eher ernsten Performance. Lundgrens Darstellung, Regie und Story ist ein Geschenk an Fans kleiner B-Filme.

Weitere richtig bekannte Gesichter gibts hier nicht zu sehen. Melissa Ann Smith spielt die Sängerin Venus und ist durch einige US-Reality Shows bekannt. Interessant fand ich, dass Lundgrens Movie-Sidekick nicht durch eine grossbrüstige Blondine oder einen zitternden Jüngling dargestellt wurde, wie es ansonsten Genreüblich wäre, sondern Joe mit Mikhail einen erwachsenen Mann des Sicherheitsdienstes zur Seite steht, der von Zahary Baharov auch ganz ordentlich gespielt wird. Der Rest des Casts schafft es irgendwie nicht, aus der grauen Masse herauszutreten, was auch das grösste Problem des Filmes darstellt: Es fehlt ein richtig charismatischer Bösewicht. Aber das lag wohl aus budgetären Gründen einfach nicht drin.

In Sachen Action geht hier schon was. Einige interessante Shootouts, zudem Metzelt und Prügelt Lundgren auch hier gerne mal einen Terroristen zu klump. Ich bin jedoch nicht sicher, ob die handelsübliche FSK 18-Fassung nicht um die eine oder andere Sekunde geschnitten wurde (ofdb.de bestätigt dies leider... *grummel*). Ich hoffe auf eine Extended Harder Version wie schon bei Seagals "Driven To Kill".

Fazit: Ein kurzweiliges Lundgren-Vehikel, das im wahrsten Sinne rockt (Soundtrack ist nicht übel), jedoch alleine von Lundgren und seiner äusserst symphatischen und coolen Darstellung lebt (in welchem Actionkracher verteilt der Hauptcharakter gegen Filmende Autogramme?). Aber, kann mir mal jemand sagen, wie Lundgren und Seagal es in ihrem Alter stets fertig bringen, so junge Schnittchen zu erlegen? *g*

Schulnote 5.0

"COMMAND PERFORMANCE" on IMDB.COM
"COMMAND PERFORMANCE" on OFDB.DE
"COMMAND PERFORMANCE" on MOVIEPILOT.DE

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