Sonntag, 8. Februar 2009

TRANSPORTER 3


Aller guter Dinge sind drei...

Inhalt:

Frank Martin (Jason Statham), seines Zeichens pensionierter Kurierfahrer, lehnt einen Transport-Job für die Firma EcoCorp ab. Als jedoch sein Ersatzfahrer mit seinem "Packet" ihm ins Wohnzimmer donnert, wird Frank gezwungen, diesen Job zu beenden. Ein kleiner Haken hat die Sache jedoch: Frank trägt ein Armband mit explosivem Inhalt, welcher hochgeht, sobald Frank sich mehr als 25 Meter von seinem Auto entfernt...

... aller guter Dinge waren zwei...

Jason Statham's Paraderolle Frank Martin im dritten Einsatz - sollte eigentlich ein Fest für den Freund des harten Films sein. Mit Betonung auf das Wort "sollte".

Leider macht "Transporter 3" sehr vieles falsch. Zum einen wirkt Frank Martin nicht wie Frank Martin. Man erinnert sich, Frank ist ein schweigender Typ - einer, der lieber andere labbern lässt, einer, dem Worte nicht so wichtig sind - Taten um so mehr. Hier lässt der gute Frank jedoch seinen Mund kaum geschlossen. Ja, herrgott, sogar Rezepte tauscht er hier mit seiner Beifahrerin aus. Was ist denn bitteschön hier los? Transporter meets Jamie Oliver?? Interessierts mich, wie ukrainischer Fisch schmeckt und wo man welches Gulag in Odessa bekommt? Eher nein!

Beifahrerin und zugleich Beischläferin Valentina, gespielt von der exotisch ausschauenden Natalya Rudakova (eine solche Ansammlung von Sommersprossen ist ein Paradies für jeden Hautarzt), hat ein paar gute Szenen - und zwar, wenn sie mal nicht den Mund aufmacht, nicht auf den Boden einer Tankstelle pinkelt und mal nicht ihre "Schauspielkunst" demonstriert. Bleibt nicht viel gutes, aber sie schläft doch ganz süss auf der Rückbank (Was für ein positiver Punkt...). Robert Knepper als Bad Guy kann man durchgehen lassen, ebenso Francois Berléand, der seine Rolle als Tarconi aus den ersten beiden Filmen wieder aufnimmt. Ihm hatte ich wenigstens einige Lacher zu verdanken.

Total nervig waren die Locations. Wohl geschädigt durch B-Movies der Herren Seagal und Snipes, ertrage ich Osteuropa wohl nicht mehr. Oder... lags vielleicht mehr daran, dass ein Transporter-Film richtig gute Stimmung und Gefühle verbreiten soll - ja, leicht vergleichbar mit den Bondfilmen? Wir wollen Bond auch nicht im regnerischen Odessa rumlatschen sehen, sondern lieber die Dominikanische Republik aus der Sicht des Geheimagenten erleben dürfen. "Transporter" und "Transporter: The Mission" boten dies - Sonne, Meer, Strand - man fühlte sich richtig wohl. Gibts hier nur bedingt. Fängt der Film zwar in Marseille an, gehts doch ziemlich schnell in den trüben Osten. Wirkt billig, wirkt nicht edel, macht mich nicht an. Ebenso wurde Franks Audi schwach in Szene gesetzt. Waren die Vorgängerfilme noch richtig geile Autowerbung, haben wir hier einfach ein Vehikel, welches durch einen anderen 08/15-Wagen hätte ersetzt werden können. Nur in einer Szene, der Verfolgungsjagt mit dem schwarzen Merzedes in der Mitte des Films, wurde der Wagen relativ ordentlich gezeigt.

Zur Story, also, vielleicht habe ich in diesem überaus komplexen Storykonstrukt irgendwas überhört. Aber, warum muss der gute Frank überhaupt das gepunktete Lottchen nach Odessa transportieren? Denn, der böse Jonas Johnson scheint ja mit seiner Privatarmee selbst auf dem Weg dorthin zu sein, begegnen er oder seine Männer dem Frank Martin auf dem Weg selbst immer wieder... Und als Frank dann gegen Ende mit seinem Audi gegen einen Zug antritt, wurde der Unlogik endgültig aller Ehre erwiesen. Wer in "Transporter: The Mission" noch mokiert hat, weil Frank's Auto seine Autobombe damals mit einem absolut unlogischen Sprung mit Schraube und Drehung entledigt hat, dem wird hier wohl endgültig die Sprache verschlagen zu haben. Ganz billig, wie die Storyverantwortlichen hier ein Ende "zusammenwursteln".

Die Fightsequenzen konnten mich auf der Leinwand nicht wirklich überzeugen. Jedoch wohl nur, weil wir doch sehr nahe an der Leinwand platziert waren. Auf dem kleinen Bildschirm sieht das ganze doch viel ansprechender aus. Jedoch frage ich mich, was Regisseur Megaton, der mit Transformers-Figur Megatron wohl nichts gemein hat, dachte, als er hier seine "cool" wirkenden schnellen Cuts in den Film gebracht hat.

Fazit: Regisseur Oliver Megaton hielt, was sein Nachname versprach und kloppte "Transporter 3" in die Megatonne. Bleibt nur zu hoffen, dass ein eventueller vierter Teil die Serie wieder erstarken lässt. Ich bin jedoch total enttäuscht.

Schulnote 3.5

"TRANSPORTER 3" on IMDB.COM


4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Zustimmung! Aber so was von!

Ich hoffe jedenfalls, dass da keine Fortsetzung mehr kommt, wenn das Niveau vom dritten Teil bleibt.

Da haben weder die Fans noch die geldgeilen Verantwortlichen was von...

Anonym hat gesagt…

Ich verstehe irgendwie nicht das die Darsteller nicht mal den Mund aufmachen.
Die lesen doch vorher das Drehbuch und können abschätzen wo sie da mitspielen.

An der Geldgeilheit eines Statham kanns ja wohl nicht liegen das er sich für so eine Geldmaschine zur Verfügung stellt.
(Hat in letzter Zeit ja wohl genug verdient mit seinen ganzen Filmen)

Dominik Hug hat gesagt…

Nun, solange das IMDB-Rating noch über 5.0 liegt, wird der Film wohl als gut angesehen werden - und als kommerziellen Erfolg wohl sowieso. Ich hoffe schon auf einen vierten Teil, aber dann bitte wieder im Stile der ersten beiden.

Anonym hat gesagt…

Mit Abstand der Schlechteste Teil der Reihe. Mehr kann und braucht man dazu nicht zu sagen